Zwei Erdbeben mit den Magnituden 7,2 und 7,5 erschütterten Venezuela am Mittwoch. Die katastrophalen Auswirkungen waren vor allem in der Küstenprovinz La Guaira und in der Hauptstadt Caracas zu spüren. Laut Berichten der BBC und UPI kamen mindestens 1.430 Menschen ums Leben. Tausende weitere sind unverschuldet, schätzt die UN, rund 50.000 Personen fehlen.

Familien suchen mit bloßen Händen

Einwohner und Familien durchsuchen verzweifelt die Trümmer mit bloßen Händen und einfachen Werkzeugen wie Schaufeln und Motorradhelmen. In Vierteln wie Los Palos Grandes in Caracas rufen die Menschen zeitweise zur Stille, um auf Schreie oder Klopfgeräusche zu lauschen, die auf Überlebende unter den Trümmern hindeuten könnten. „Jede gerettete Person ist ein Wunder“, sagte Jorge Rodríguez, Präsident des Nationalkongresses.

Einige Familien rufen nach ihren Angehörigen, die unter den Trümmern gefangen sind, und hoffen auf eine Antwort. In einem emotionalen Fall suchte eine Familie verzweifelt nach ihrem Säugling. Als der Vater des Kindes in Tränen aufbrach, kroch das Baby lebendig heraus, meldete UPI.

Rettungsbemühungen behindert durch fehlende Ausrüstung

Die Rettungsarbeiten werden durch einen Mangel an schwerer Ausrüstung behindert. Nationale Rettungsteams sind rar, doch internationale Helfer aus Mexiko, Spanien, den USA und Großbritannien sind eingetroffen, um die Bemühungen zu unterstützen. Doch das ist nach Angaben der BBC immer noch nicht ausreichend.

Ein Rettungshelfer sagte Sky News, dass die Notfallteams die notwendige Ausrüstung fehle, um Menschen unter eingestürzten Gebäuden zu retten. „Menschen sterben unter den Trümmern“, sagte der Rettungshelfer. „Anstatt Leben zu retten, werden wir stattdessen Leichen bergen, weil so viel Zeit vergangen ist.“

Hilfsorganisationen betonen, dass die ersten 48 bis 72 Stunden entscheidend sind, um Menschen lebend zu retten. Doch dieser Zeitraum kann sich verlängern, wenn die Betroffenen Zugang zu Nahrung und Wasser haben.

Instabilität und Nachbeben erschweren Rettung

Die Instabilität eingestürzter Gebäude bleibt eine der größten Gefahren für die Rettungsteams. Strukturen, die auf fragile Schichten aus Beton reduziert wurden, laufen Gefahr, erneut einzu-stürzen, sobald sie bewegt werden. Die Situation verschlechterte sich durch mehr als 400 Nachbeben in den letzten 48 Stunden, was laut UPI die Gefahr weiterer Einstürze erhöhte und wiederholt Evakuierungen aus Katastrophengebieten nötig machte.

In Catia La Mar, einer der Küstenstädte in der Provinz La Guaira, ist die Stimmung düster. Wenig Gebäude sind noch intakt, und die Zahl der Toten und Verletzten steigt stündlich.

Auch Freiwillige haben nach Angaben von Deutsche Welle kleine Flaschen Wasser verlangt, die durch Risse in die Trümmer gebracht werden können, um Überlebende zu erreichen. Ein Drohne fliegt über dem Gebiet, um mögliche Überlebende zu identifizieren.