Benedict Cumberbatch, Alan Cumming und Benedict Wong haben in einem Gastbeitrag für The Guardian die britische Kulturministerin Lisa Nandy aufgefordert, die geplante Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery mit einem Volumen von 111 Milliarden Dollar zu blockieren. Die Schauspieler argumentieren, dass der Deal die britische Öffentlichkeit, Arbeitnehmer und Medienkultur bedrohe. Sie warnen vor Arbeitsplatzverlusten, weniger Filmproduktionen und einer Abnahme kreativer Risikobereitschaft.
Branchenführer warnen
Die drei, die alle umfassend im britischen Film- und Fernsehgeschäft tätig waren, betonen die Bedeutung der Entscheidung von Nandy, ob die Fusion im öffentlichen Interesse liegt. Nandy hat erklärt, sie sei ‘zur Intervention bereit’, hat aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Die Schauspieler fordern, dass sie eine umfassende Untersuchung im öffentlichen Interesse durchführen muss, um die britische Medienlandschaft zu schützen.
‘Nandy hat die Tür zur Intervention geöffnet. Sie muss sie durchschreiten, für alle, die im UK-Fernsehen und -Film arbeiten – und für alle, die es konsumieren,’ heißt es im Gastbeitrag. ‘Wenn sie das nicht tut, werden wir nicht mehr in der Lage sein, unsere Branche und unsere Kultur vor dieser Konsolidierung zu schützen.’
Rechtliche und regulatorische Herausforderungen
Die Fusion hat bereits rechtliche Hindernisse in den USA erfahren. Zwölf Bundesstaaten, angeführt von Kalifornien, haben Klage gegen den Deal eingereicht. Diese Bundesstaaten argumentieren, dass die Fusion zu höheren Preisen, weniger Filmen und einer Abnahme der Inhaltsqualität führen würde. In einer aktuellen Entwicklung stimmte Paramount zu, die Fusion bis zu einem Prozess zu verschieben, der mehrere Monate in Anspruch nehmen könnte. In der Zwischenzeit genehmigte das US-Justizministerium den Deal, obwohl es interne Bedenken gab.
Auch die Europäische Union gab der Fusion letzte Woche unter Auflagen grünes Licht. Die Schauspieler argumentieren jedoch, dass Großbritannien unabhängig handeln muss, um seine eigenen Interessen zu schützen. Die Fusion würde mehrere Nachrichtendienste unter einen Hut bringen, darunter 5 News, CNN International und CBS News, was Sorgen um die Konzentration von Medienmacht und potenziell voreingenommene Kontrolle über Nachrichten und historische Inhalte auslöst.
Weitere Branchenbedenken
Cumberbatch und seine Mitverfasser weisen auf den möglichen Einfluss auf Tausende von Arbeitnehmern in der britischen Medien- und Unterhaltungsbranche hin. Sie warnen, dass die Fusion zu Kündigungen, weniger Filmproduktionen und einer Abnahme kreativer Vielfalt führen könnte. Die Schauspieler verweisen auch darauf, dass Paramount bereits Channel 5 besitzt, einen wichtigen öffentlich-rechtlichen Sender in Großbritannien. Der Erwerb von Warner Bros. Discovery würde dem Unternehmen die Kontrolle über weitere Nachrichtenkanäle und Unterhaltungsunternehmen verschaffen.
‘Wenn ein kommerziell orientierter Eigentümer Zugang zu den Archiven von CNN und CBS News kontrolliert, kontrolliert er das Rohmaterial unseres historischen Gedächtnisses,’ heißt es im Gastbeitrag. Dies löst Sorgen um die Integrität der Nachrichtenberichterstattung und die Unabhängigkeit von Medien in Großbritannien aus.
Paramount hat sich nicht direkt zu den Bedenken der Schauspieler geäußert, verweist jedoch auf einen offenen Brief von CEO David Ellison im Februar, in dem er sich verpflichtet hat, in Inhalte zu investieren, Kinowochenfenster zu bewahren und HBO zu erhalten. Die Schauspieler argumentieren jedoch, dass diese Zusicherungen nicht ausreichen, um die Risiken zu mindern, die sie mit der Fusion verbinden.
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