Valentín Lavín Romero, ein Bürgermeister der Grünen und Verbündeter der regierenden Partei Morena, wurde am Mittwoch in der Stadt Temoac in Morelos, nahe Mexiko-Stadt, getötet. Laut The Guardian überlebte er erst vor Kurzem einen Anschlag im Januar, als Killer ihn an einer Autobahntankstelle erschossen.
Muster der Gewalt gegen lokale Beamte
Dies ist der 14. Mord an einem Bürgermeister seit Claudia Sheinbaum im Oktober 2024 die Präsidentschaft übernommen hat. CBS News berichtete, dass seit 2006 fast 100 Bürgermeister in Mexiko getötet wurden. Die Zahl steigt stetig, da sich die Drogenkriminalität verschärft. Die aktuelle Regierung betont, dass die Gesamthomiciderate gesunken ist. Sheinbaum meldet einen Rückgang um fast 50 % seit September 2024. Dennoch bleiben gezielte Angriffe auf lokale Beamte ein Problem.
Die Ermordung von Lavín Romero geschah am helllichten Tag. Die Täter drangen in das Rathaus ein, erschossen ihn und flüchteten auf einem Motorrad. Die Behörden konnten bislang weder Motive noch Verdächtige nennen. Den Angaben von The Guardian zufolge hat das Justizministerium von Morelos jedoch versprochen, „alle Ermittungslinien auszuschöpfen“.
Vermutete Verbindungen zu kriminellen Aktivitäten
Lokale Medien berichteten, dass Lavín Romero angebliche Verbindungen zu einer kriminellen Gruppe namens Los Aparicio hatte. Seine Schwiegermutter, ehemalige städtische Kassiererin, wurde im September 2025 wegen angeblicher Beteiligung an Entführungen und kriminellen Aktivitäten verhaftet. Im März forderte zudem die Bürgerrechtsgruppe „Front der Verteidigung von Land und Wasser“ eine Untersuchung gegen Lavín Romero wegen seines angeblichen Mitwirkens an den Morden an zwei Aktivisten, Samir Flores und Sandra Rosa Camacho Flores.
Kriminelle Gruppen suchen häufig Allianzen mit lokalen Behörden, um ihre Kontrolle über Territorium und Unternehmen zu stärken, besonders in Gebieten, in denen rivalisierende Kartelle um Einfluss kämpfen. The Guardian betonte, dass die kommunale Ebene besonders anfällig sei, da sie die am wenigsten geschützte Schicht der Regierung sei.
Weitere Hintergründe zur Gewalt
Seit 2006, als damaliger Präsident Felipe Calderón die Armee einsetzte, um gegen Drogenkartelle vorzugehen, hat Mexiko eine dramatische Zunahme an Gewalt erlebt. Regierungsdaten zeigen, dass nahezu 500.000 Menschen getötet und rund 130.000 verschwunden sind. Der damalige Einsatz gilt weitgehend als Konfliktverschärfung, nicht als Lösung.
Die Regierung Sheinbaum betont, dass die Homiciderate zurückgegangen ist. Gezielte Morde an Beamten wie Lavín Romero bleiben jedoch ein Problem. So wurde beispielsweise im November 2025 der Bürgermeister Carlos Manzo in Michoacán während der Totensonntagsfeierlichkeiten getötet. In anderen Fällen gab es auch Angriffe auf Familien politischer Akteure: Ein Ehemann wurde erschossen, die Politikerin und ihre Tochter verletzt.
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