Tokio, 25. Februar — Die japanische Regierung hat zwei Wissenschaftler, die sich für expansive Wirtschaftspolitik einsetzen, als Mitglieder des Rates der Zentralbank berufen. Dies löste Fragen über die zukünftige Ausrichtung der Zentralbank aus.

Einfluss von Reflationisten auf Geldpolitik

Die beiden Berufenen, Toichiro Asada, emeritierter Professor an der Chuo-Universität, und Ayano Sato, Professorin an der Aoyama Gakuin-Universität, gelten als Vertreter der Reflation-Theorie. Diese Schule der Wirtschaftswissenschaft betont expansive Fiskalpolitik und lockere Geldpolitik, um das Wachstum zu fördern.

Ihre Berufung erfolgt in einer Zeit, in der die Zentralbank die Zinsen schrittweise erhöht, um Inflation zu bekämpfen. Diese Politik hat in Teilen der japanischen politischen Elite Widerstand gefunden.

Premierministerin Sanae Takaichi hat sich lange für eine expansive Fiskalpolitik ausgesprochen. Die Ernennung dieser beiden Ökonomen wird als Zeichen dafür gesehen, dass die Regierung den Kurs der Zentralbank beeinflussen möchte.

Hintergrund der Berufenen

Toichiro Asada, ehemaliger Professor an der Chuo-Universität, ist ein starker Verfechter einer aktiven Fiskalpolitik. Er betont die Rolle staatlicher Ausgaben, um die Wirtschaft in Zeiten von Stagnation zu stärken. Auf einer kürzlichen Sitzung der regierenden Liberal Democratic Party betonte er erneut die Bedeutung solcher Maßnahmen für die langfristige Wirtschaftsicherheit.

Ayano Sato, Professorin an der Aoyama Gakuin-Universität, hat sich ebenfalls für lockere Geldpolitik eingesetzt. Sie argumentiert, dass die langfristig niedrige Inflation und die Deflationsdrucke in Japan eine stärkere Intervention von Regierung und Zentralbank erfordern.

Die beiden Ökonomen gesellen sich zu einer Liste von 22 Kandidaten, die von der Regierung für verschiedene Positionen in 11 Institutionen vorgeschlagen wurden. Dieser Vorschlag wurde den Leitungsausschüssen beider Kammern des Diet, des japanischen Parlaments, übermittelt.

Auswirkungen auf die japanische Wirtschaftsstrategie

Die Berufung dieser beiden Reflationisten wird wahrscheinlich ein Streitthema im Rat der Zentralbank sein, wo sich die Mitglieder in Bezug auf den Tempo und Umfang der Zinserhöhungen unterschieden.

Analysten vermuten, dass die Aufnahme dieser Ökonomen zu einer vorsichtigeren Haltung der Zentralbank führen könnte. Dies könnte den Tempo der Zinserhöhungen verlangsamen und die Präferenz der Regierung für lockere Geldpolitik stärken.

„Diese Maßnahme signalisiert die Regierungsbereitschaft, den Zentralbankkurs zu mildern“, sagte ein Wirtschaftsanalyst. „Es könnte zu einer besseren Abstimmung zwischen Fiskal- und Geldpolitik führen.“

Die vorgeschlagenen Berufungen benötigen die Zustimmung des Diet, die in den nächsten Wochen über das Thema abstimmen wird. Wenn sie genehmigt werden, erhalten die beiden Ökonomen offiziell ihre Stellen im Rat, wo sie bei Entscheidungen zur Geldpolitik mitreden werden.

Angesichts der langsamen Wachstumsraten und der anhaltenden Deflationsdrucke wird die Regierungsbereitschaft für expansive Maßnahmen als Bemühen gesehen, die Nachfrage zu stimulieren und Investitionen im Privatsektor zu stärken.

Beobachter verfolgen das Ergebnis der Abstimmung im Diet genau, da die Berufung dieser beiden Ökonomen bedeutende Auswirkungen auf die zukünftige Ausrichtung der Geld- und Fiskalpolitik Japans haben könnte.