Die Geschworenen verurteilten Duane ‘Keffe D’ Davis (63) am Donnerstag in erster Instanz zum Mord an Tupac Shakur. Der Rapper war am 7. September 1996 in der Nähe des Las Vegas Strips erschossen worden. Die Jury benötigte weniger als drei Stunden, um sich auf das Urteil zu einigen. Damit ist der erste Prozess in einem Fall erledigt, der Hip-Hop-Fans seit Jahrzehnten beschäftigt.

Im Gerichtssaal

Die Staatsanwaltschaft stellte Davis als eine Schlüsselfigur dar, der den tödlichen Schuss im Racheakt für eine Attacke auf seinen Neffen in derselben Nacht geplant hatte. Der Prozess dauerte zwei Wochen und umfasste 24 Zeugen für die Anklage und drei für die Verteidigung. Während der Verhandlung leugnete Davis die Anschuldigung, mit Waffen den Mord begegangen zu haben, um eine kriminelle Vereinigung zu unterstützen.

Sekyiwa ‘Set’ Shakur, die Schwester von Tupac, war im Gerichtssaal anwesend und weinte nach der Verurteilung. Sie umarmte die Anwälte der Anklage. Der Sohn von Davis hielt sich währenddessen die Hände vor das Gesicht. Kurz nachdem der Richter Davis ohne Kaution in Haft nahm, hob der Angeklagte die Hand und sagte: ‘Ich will meine Sachen zurückhaben’, meinte damit Schmuck, Handys und andere Gegenstände.

Wichtige Beweise und Zeugenaussagen

Die Anklage baute ihren Fall hauptsächlich auf Davis’ eigenen Aussagen auf, darunter Vernehmungen durch die Polizei und ein Memoir aus dem Jahr 2019. Binu Palal, der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt, erklärte, Davis habe sich eine Waffe beschafft und ‘nach Shakur und Marion ‘Suge’ Knight gesucht’, nachdem diese angeblich vorher seinen Neffen angegriffen hätten. Palal gab zu, dass Davis’ Aussagen zum Mord im Laufe der Jahre gewechselt hätten, betonte aber, dass diese Änderungen Davis’ Motivation und Bemühungen, sich selbst zu schützen, widerspiegelten.

Ein entscheidender Punkt, den Palal hervorhob, blieb konstant: Davis gab wiederholt an, sich im weißen Cadillac befunden zu haben, aus dem die Schüsse abgefeuert wurden. Der Zwischenfall war auf eine langjährige Feindschaft zwischen den Mob Piru Bloods, einer Gang, der Shakur und Knight angehörten, und den South Side Compton Crips zurückzuführen, für die Davis ein führender Kopf war. Der Fall war jahrelang kalt, bis kürzlich Interviews und Davis’ Memoir das Interesse wieder befeuerten und zur Verhandlung führten.

Rechtliche und Strafbedingungen

Davis muss sich nun auf eine Haftstrafe bis zu lebenslänglich einstellen. Die Staatsanwaltschaft teilte am Montagabend mit, dass sie den Teil der Anklage, der sich auf die Gang-Erschwerung bezog, aufgrund von Zeugenlogistik aufgeben werde. Die Jury hörte in neun Tagen 24 Zeugen der Anklage und drei der Verteidigung. Davis’ Anwälte bestreiten die Aussagen und argumentieren, dass er nie zuvor in den Mord an Shakur verwickelt war, weil die Ermittler wussten, dass er ‘voll Mist ist’.

Der Prozess brachte ein jahrzehntealtes Verfahren zu einem Abschluss, das sowohl Hip-Hop-Fans als auch True-Crime-Experten in Atem hielt. Tupac Shakur war am 7. September 1996 in Las Vegas in einem BMW mit Marion ‘Suge’ Knight mehrfach erschossen worden. Er starb sechs Tage später an seinen Verletzungen. Knight wurde ebenfalls verletzt, überlebte aber.