Der Vorsitzende des südkoreanischen Konzerns SK Group muss laut einem Gerichtsurteil 944 Mrd. Won (483 Mio. GBP; 644 Mio. USD) an seine Ex-Frau zahlen. Lokale Medien bezeichnen das Urteil als „Ehescheidung des Jahrhunderts“. Der Entscheidung ist jedoch noch nicht endgültig.
Von ursprünglichem Betrag abgewichen
Die Summe ist niedriger als die ursprünglich 2024 verurteilten 1,38 Mrd. Won, die Roh Soh-yeong erhalten sollte. Der Fall zieht sich über mehr als ein Jahrzehnt, seitdem die Ehe zwischen Chey und Roh, Tochter eines ehemaligen Präsidenten, endete.
Das Paar trennte sich, nachdem bekannt wurde, dass Chey ein Kind mit einer anderen Frau hatte. Roh hatte zuvor argumentiert, dass Cheys Erfolg auch auf die Unterstützung durch ihren Vater, den ehemaligen Präsidenten Roh Tae-woo, zurückging.
Rechtsverfahren und Gerichtsurteile
Im Prozess 2024 gelang es Roes Anwälten nachzuweisen, dass Chey erhebliche Unterstützung von Roh Tae-woo erhielt, der von 1988 bis 1993 Präsident Südkoreas war. Das Gericht stellte fest, dass der ehemalige Präsident Chey 1991 30 Mrd. Won aus einem Schmiergeldkonto überwies.
Auf dieser Grundlage verurteilte das Gericht zunächst Chey, 1,38 Mrd. Won an seine Ex-Frau zu zahlen. Im vergangenen Jahr hob jedoch das Oberste Gericht das Urteil auf, da es entschied, dass Schmiergeldmittel illegal erworben wurden und daher nicht in die Aufteilung der Vermögenswerte einbezogen werden konnten.
Cheys Rechtsvertreter zeigten Verständnis für die Verfahren und erklärten, der Vorsitzende sei tief betrübt über die aufgebrachte Aufmerksamkeit. Sie fügten hinzu, dass eine detaillierte Stellungnahme zu dem neuesten Urteil nach einer gründlichen Prüfung des Entscheids erfolgen wird.
SK Group und seine globale Bedeutung
SK Group ist einer der größten südkoreanischen Chaebols – Familienunternehmen, die eine zentrale Rolle in der Wirtschaft des Landes spielen. Der Konzern begann 1953 als Textilunternehmen und ist mittlerweile in einer Vielzahl von Branchen tätig, darunter Telekommunikation und Energie.
SK Telecom bietet Mobilfunkdienste an, während SK überall im Land Benzinstationen betreibt. Der Konzern gewann international Aufmerksamkeit durch seine Tochtergesellschaft SK Hynix, einen Halbleiterhersteller, der Chips für große Technologieunternehmen wie Nvidia liefert.
Im Mai überstieg der Marktwert des Unternehmens 1 Billion Dollar, was die wachsende globale Bedeutung der südkoreanischen Technologie unterstreicht. SK Hynix feierte kürzlich eine Rekordbörseinführung an der US-Börse.
SK Group sammelte zudem 26,5 Mrd. Dollar durch eine Aktienemission in New York ein, was die größte jemals von einem ausländischen Unternehmen in den USA durchgeführte Börsennotierung markiert. Der wachsende Ruhm des Unternehmens zeigte sich auch, als südkoreanischer Präsident Lee Jae Myung Chey bei der Präsentation eines bedeutenden AI-Investitionsplans als „Helden der Koreaner“ bezeichnete, gemeinsam mit Samsungs JY Lee.
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