Die Zahl der bestätigten Todesopfer bei der Kenterung einer staatlichen Fähre vor der Küste Guyanas ist auf 72 gestiegen — Ein internationales Team versucht, das teilweise untergegangene Schiff zu bergen.

Regierung aktualisiert Zahlen

Von den geschätzten 179 Insassen wurden 76 gerettet. Die Regierung geht davon aus. Dass 100 Menschen bei dem Unglück ums Leben kamen, was es zur schlimmsten maritimen Katastrophe in der Geschichte Guyanas machen würde.

Der Premierminister, Mark Phillips, teilte am späten Donnerstag mit, dass die Suchmannschaften den Suchradius erweitert hätten und bestrebt seien, alle Insassen zu finden, damit Angehörige sie würdig beerdigen können.

„Die Regierung Guyanas steht weiterhin solidarisch an der Seite aller Betroffenen in dieser schweren Zeit und stellt sicher, dass alle verfügbaren Ressourcen eingesetzt werden, bis die Operation sicher und würdig abgeschlossen ist“, sagte er.

Details zum Untergang und zum Schiff

Die 87 Jahre alte MV Barima war am Samstag von der Hauptstadt Georgetown in Richtung Port Kaituma unterwegs, als sie im Atlantik vor der Küste von Essequibo Wasser aufnahm und kenterte.

Phillips sagte, die Fähre sei nicht versichert, und die Regierung übernimmt die Kosten für die Beerdigungen und andere damit verbundene Ausgaben.

Taucher aus Ländern wie Brasilien und Trinidad und Tobago versuchen, das Schiff zu bergen. Behörden hoffen, es untersuchen zu können, um mögliche Schäden zu erkennen, die auf die Ursachen des Unglücks hindeuten könnten.

Die Polizei hat eine Strafverfolgung eingeleitet und bisher drei Personen festgenommen, darunter den geretteten Kapitän und einen Crewmitglied, das laut Behörden positiv auf Marihuana getestet wurde.

Auch der für das Laden der Fähre verantwortliche Marineingenieur wurde festgenommen. Die Regierung betont, dass das Schiff sowohl in Bezug auf Passagiere als auch auf Fracht nicht überlastet war, doch Überlebende berichteten Reportern, dass sie das Schiff für überladen hielten.

Die Liste der Insassen nannte 116 Passagiere und 17 Crewmitglieder, doch Behörden gehen davon aus, dass bis zu 179 Menschen an Bord waren.

Fragezeichen und Ermittlungen

Ein wachsendes Zahl von Guyanern fragt, warum die Rettung so lange dauerte. Einige Überlebende sagten der Associated Press, sie hätten Stunden im Wasser verbracht.

Phillips bat um Geduld und sagte, Behörden würden auf die Ergebnisse der Ermittlungen warten. Diese werden später von einer Untersuchungskommission überprüft, die noch nicht eingerichtet wurde.

Als Begründung, warum eine 87 Jahre alte Fähre noch in Betrieb war, sagte die Regierung, sie habe kürzlich ein neues Schiff aus Indien erworben, um die MV Barima zu ersetzen, doch der Bau eines neuen Kaihafens in Port Kaituma sei noch nicht abgeschlossen.

Die MV Barima war zuletzt 2024 für umfassende Reparaturen in den Trockendock gegangen und sollte im Oktober weitere Arbeiten erhalten.