Nigel Farage trat als Abgeordneter für Clacton zurück, um eine Nachwahl zu provozieren; Sein einziger ernsthafter Gegenkandidat ist Count Binface, ein Satiriker, der unter einer Mülltonne-Maske kandidiert. Laut einer neuen YouGov-Umfrage finden 73 Prozent der Briten den Reform-UK-Chef skrupellos, 56 Prozent bezeichnen ihn sogar als „sehr skrupellos“.

Farage tritt wegen Spendenaffäre zurück

Nigel Farage. Der Chef von Reform UK. Trat am Dienstag als Abgeordneter für Clacton-on-Sea zurück — Er wird von einer Untersuchung des Parlaments über unerklärte Millionen-Spenden reicher Gönner befragt, leugnet aber jegliche Verfehlung. Farage begründete den Rücktritt damit. Dass die Wähler Clactons sein politisches Schicksal entscheiden sollten, nicht eine „Establishment“-Gruppe, die ihn nach eigener Aussage diskreditieren wolle. „Ich habe entschieden, dass die Menschen in Clacton meine Taten beurteilen sollten“, sagte Farage. „Ich werde kämpfen, um zu gewinnen. Ich werde kämpfen, um die politische Revolution fortzusetzen, die Reform begonnen hat.“

Die großen britischen Parteien Labour, Konservative und Liberal Democrats boykottierten die Nachwahl. Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete das Vorgehen als „verzweifelten Aktionismus“, während der Sprecher von Andy Burnham es als „Ablenkungsversuch“ abtat, um die ernsten Vorwürfe gegen Farage abzulenken.

Count Binface: Der satirische Herausforderer

Der einzige ernsthafte Gegenkandidat von Farage ist Count Binface, ein Satiriker, der für seine Mülltonnen-Maske und seine absurden politischen Äußerungen bekannt ist; Er wurde von dem Drehbuchautor und Komiker Jon Harvey geschaffen und kandidiert seit Jahren in britischen Wahlen. Die Figur erschien erstmals 2017 unter dem Namen Lord Buckethead, doch nach einem Streit mit dem ursprünglichen Schöpfer änderte Harvey den Namen in Count Binface.

Laut Berichten kandidierte Count Binface in mehreren Wahlen, darunter die Bundestagswahl 2019 in London, die Londoner Bürgermeisterwahlen 2021 und 2024 sowie die britische Wahl 2024, in der er gegen den ehemaligen Premierminister Rishi Sunak antrat. Als „Raumfahrtpolitiker“ bezeichnet er sich und setzt sich für satirische, oft absurde politische Maßnahmen ein, wie etwa einen Höchstpreis für Croissants, das Untertauchen von Thames Water-Manager in den Themse und die Rückgabe der Parthenon-Elfenbeinkunst an Griechenland.

Öffentliche Wahrnehmung und politische Satire

Laut der YouGov-Umfrage betrachten 69 Prozent der Briten die Reform-UK-Partei als skrupellos — Farage selbst erntet aufgrund seiner politischen Handlungen erhebliche öffentliche Kritik, wobei 40 Prozent der Wähler seiner Partei ihn ebenfalls als skrupellos bezeichnen. Im Vergleich dazu finden 51 Prozent der Briten den Labour-Chef Keir Starmer mindestens als „etwas skrupellos“, und 42 Prozent sagen das gleiche über den Grünen-Chef Zack Polanski.

Farage hat zudem eine persönliche Tragödie zu verzeichnen: Die Polizei hat eine Morduntersuchung gegen den Tod der ehemaligen Abgeordneten und EU-Abgeordneten Ann Widdecombe in ihrem Haus in Dartmoor eingeleitet. Widdecombe wurde mit schweren Verletzungen gefunden, und die Polizei wurde am Donnerstag um 11:40 Uhr gerufen.

Count Binface hingegen kandidiert mit satirischen Vorschlägen, die auf die Lebenshaltungskostenkrise und politische Korruption abzielen. Dazu gehören unter anderem ein Höchstpreis von 1,1 Pfund pro Croissant, das Untertauchen von Thames Water-Manager in den Themse und die Rückgabe der Parthenon-Elfenbeinkunst an Griechenland. Er hat zudem vorgeschlagen. Königliche Immobilien für Obdachlose zu nationalisieren, ehemaligen Premierminister Boris Johnson verpflichten, Bußgelder für Bürger zu zahlen, die Pandemie-Regeln brachen, und die Bezahlung von Regierungsministern auf das Niveau von Krankenschwestern abzugleichen – für die nächsten 100 Jahre.

Trotz der Absurdität seines Programms behauptet Count Binface, er sei der einzige Kandidat mit „ehrlichen politischen Vorschlägen“. Laut Berichten hat er zudem eine Spendenkampagne gestartet, um Obdachlose zu unterstützen, und ist seit 2018 aktiv in der politischen Satire. Harvey, Vater von zwei Kindern und ehemaliger BBC-Redakteur für politische Comedy, führt die Kampagne unter der Figur eines „5072 Jahre alten Kriegers aus der Galaxis“.