BENGALURU — Royal Philips-CEO Roy Jakobs kam freitagmorgens in Bengaluru an. Zuvor sprach er beim India AI Impact Summit 2026 in Neu-Delhi und bei einem globalen CEO-Roundtable.
Die Welt stehe vor einer wachsenden Gesundheitskrise durch Demografie, nicht Hype, sagte er Journalisten. „Die Welt wird kranker“, erklärte Jakobs. Patienten altern schneller. Krankheiten treten früher auf und werden komplexer. Behandlungen dauern länger. Gleichzeitig schrumpfen die Gesundheitskräfte durch Arzt- und Pflegemangel, Burnout und Abwanderung.
„Es fehlen Ärzte. Es fehlen Spezialisten. Es fehlen Pflegekräfte“, fügte er hinzu. Der Druck verschlechtere die Versorgungsqualität.
In Indien beträgt das Verhältnis von Ärzten zur Bevölkerung 1:811. Aus eigener Tasche werden fast 40 Prozent der Gesundheitskosten bezahlt. Ein Whitepaper von Prosus, BCG und dem indischen Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie fordert KI für Diagnostik, Triage und Analysen, um Ressourcen zu strecken.
Im Gesundheitswesen gelte etwas anderes als in Fabriken oder Geschäften, wo Maschinen Jobs kosten. Hier fehlten Kräfte, die ergänzt werden müssten. „Das ersetzt niemanden“, sagte Jakobs. „Wir haben zu wenige Radiologen. Zu wenige Pathologen.“
Philips gestaltet Systeme so, dass weniger Kliniker mehr Fälle sicher bearbeiten. Die Einführung beschleunige sich aus Notwendigkeit, teilte er mit. Der indische Health-Tech-Markt könne bis 2033 443.500 Crore Rupien (50 Milliarden Dollar) erreichen, hieß es bei der India Brand Equity Foundation. KI treibe schnellere Versicherungsabrechnungen und Underwriting voran.
Philips wandelte sich von Hardware wie Scannern zu Software und KI im gesamten Portfolio. „KI löst alte Probleme, die nun durch Skaleneffekte riesig werden“, erklärte Jakobs.
Indien treibt diesen Wandel. Philips investierte in sechs Jahren 175 Millionen Euro in Bengaluru- und Pune-Standorte für Forschung, Entwicklung und Produktion. Das Jahresbericht 2025 nennt 8150 indische Mitarbeiter, meist Ingenieure für globale Produkte. Mehr als die Hälfte der weltweiten Softwareentwicklung von Philips entsteht hier, inklusive KI-Algorithmen mit lokalen Krankenhäusern.
„Indien ist ein natives Softwareland“, sagte Jakobs. „Indien züchtet Software.“
Datenqualität treibt KI an. „Man braucht große Datensätze“, betonte er. Fragmentierte Krankenhausakten blockieren Erkenntnisse. Philips setze auf Interoperabilität, um Geräte und Systeme für vollständige Patientenbilder zu verknüpfen. „Ohne volles Patientenbild verpasst man wichtige Infos“, sagte Jakobs.
Innovationen aus Bengaluru gehen weltweit. Ein in Indien mitentwickeltes KI für Herz-MRT halbiert Scan-Zeiten von 60 auf 30 Minuten. Es rollt nun global aus, auch in Japan, wo Philips bei MRT führt. Die nächste Version zielt auf 10 Minuten. Schnellere Scans ermöglichen mehr Patienten, senken Kosten und maximieren Geräte – ohne Neukäufe.
„Mit einem Software-Upgrade schafft man 250.000 Scans mehr mit derselben Ausrüstung“, sagte er.
KI demokratisiere Versorgung, argumentierte Jakobs. Kritiker sehen Vorteile nur für Reiche. Er: Sie erweitere Zugang. Philips’ Lumify-Ultraschall steckt in Tablets, KI-gesteuert für Laien. Eine indische ASHA-Arbeiterin könnte Echos außerhalb von Kliniken machen, passend zu 180.000 Ayushman Arogya Mandirs.
„Man behandelt nicht nur in Krankenhäusern“, sagte er. „Kliniken sind teuer. Versorgung muss näher an die Menschen.“
In Indonesien baute Philips Schlaganfall-Netzwerke mit lokalen Stellen und Kommandocentren für schnelle Entscheidungen. Indien könnte ähnlich skalieren, schlug Jakobs vor.
Beim Summit sprach er mit Premierminister Narendra Modi und dem Gesundheitsminister über Einsatz, nicht Theorie. „Es ging nicht nur um Visionen“, sagte er. „Es ging um Anwendungen.“
Indien überspringe Grundlagen-KI-Modelle für Praxisnutzen, passend zu Philips’ Fokus auf Anwendungsschicht über Clouds, Chips und Akten. Vertrauen sichere den Erfolg, je tiefer KI einziehe. Regulierte Geräte und Klinikeraufsicht bauten es auf, notierte er.
Jakobs knüpfte Wachstum an Vertrauen, Talente und Investitionen wie in Indien.
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