Die US-Männer-Nationalmannschaft sicherte sich mit einem 2:0-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina den Einzug ins Achtelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Damit ist dies der siebte Auftritt der Mannschaft im Ausscheidungsmodus und der erste Sieg in einem solchen Spiel seit 2002. Folarin Balogun, der das erste Tor erzielte und später mit einer roten Karte bestraft wurde, teilt sich eine exklusive und unerwünschte Liste mit Zinedine Zidane, Ronaldinho und Garrincha. Diese Spieler erzielten in einem Ausscheidungsspiel ein Tor und wurden gleichzeitig vom Platz gestellt.
Bemerkenswerte Tore und Kontroversen
Baloguns Tor in der 45. Minute war sein drittes im Turnier. Damit ist er nur der dritte US-Spieler in der Geschichte, der in einer WM mindestens drei Tore erzielte. Zuvor schafften das Bert Patenaude (1930) und Landon Donovan (2010). Seine Feier, inspiriert von LeBron James’ „The Silencer“, wurde viral geteilt und gelobt. Doch in der 64. Minute drehte sich das Blatt, als er nach einem Vorfall mit Tarik Muharemović die Rote Karte sah. Damit blieben die USA für den Rest des Spiels mit zehn Spielern auf dem Platz.
Die USA konnten ihren Vorsprung dank eines Freistoßtores von Malik Tillman in der 82. Minute halten. Tillmans Treffer war der zweite direkte Freistoßtreffer eines US-Spielers in der WM-Geschichte. Der erste war 1994 Eric Wynaldas ikonischer Treffer gegen die Schweiz. Der Sieg markierte außerdem den ersten Sieg der USA gegen einen europäischen Gegner in der WM seit 2002, als sie Portugal besiegten.
Zidanes Erbe und kultureller Einfluss
Der Name Zinedine Zidane ist erneut in den Fokus der WM 2026 gerückt. Baloguns Rote Karte nach einem Tor brachte ihn in dieselbe Kategorie wie Zidane, der in der WM-Finalspiele 2006 gegen Italien ein Tor erzielte und danach vom Platz gestellt wurde. In einer separaten kulturellen Veranstaltung zeigt das Guggenheim-Museum in New York das Video „Zidane, a 21st Century Portrait“ von 2005, das den französischen Star live während eines Spiels in Madrid einfängt. Die Ausstellung läuft vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 und fällt mit den US-Spielen in der New Yorker Region zusammen.
Der französische Mittelfeldspieler Michael Olise, ein weiterer Spieler mit hohem Profil im Turnier, hat einen anderen Ansatz außerhalb des Feldes gewählt. Obwohl er über sieben Millionen Instagram-Follower verfügt, unterhält er eine minimalistische und künstlerische Social-Media-Präsenz. Sein Nationalteamtrainer Didier Deschamps beschreibt ihn als „kreativen Geist“. Olise hat in WM-Spielen 41 Kilometer zurückgelegt – mehr als jeder andere französische Spieler. Sein Team spielt als nächstes gegen Paraguay im Rennen um den dritten WM-Titel.
Ausblick
Die USA treffen im Achtelfinale am Montag in Seattle auf Belgien. Dies ist eine Neuauflage des WM-Spiels 2014, bei dem Belgien die Amerikaner mit 2:1 ausschalt. Da Balogun gesperrt ist, muss sich die US-Mannschaft auf andere Angriffsoptionen verlassen. In der WM-Geschichte hat das Team gegen Belgien ein Ergebnis von 1:0:1. Das Spiel wird die Fähigkeit der USA testen, ohne ihren Top-Torschützen zu gewinnen und könnte einen ernsten Schritt in Richtung ihres besten WM-Auftritts seit 2002 sein, als sie das Viertelfinale erreichten.
Baloguns Leistung fand gemischte Reaktionen. Laut Berichten drückte er Enttäuschung und Traurigkeit nach der Roten Karte aus. Sein Weg vom Held zum Bösewicht in einem Spiel hat Diskussionen über die emotionale und körperliche Belastung des internationalen Fußballs angeregt. Gleichzeitig hat Tillmans historischer Freistoß sein Profil gesteigert, und die US-Mannschaft insgesamt hat Resilienz gezeigt, als sie mit zehn Spielern den Anforderungen standhielt.
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