Fünf Wochen vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 führt die CDU in einer neuen Insa-Umfrage mit 20 Prozent, knapp vor der Linken mit 19 Prozent, wie WELT berichtet. Die AfD erreicht 17 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 16 Prozent und der SPD mit 15 Prozent. FDP und BSW bleiben jeweils bei 3 Prozent.

Enges Rennen in den Umfragen

Der Vorsprung der CDU ist leicht gestiegen gegenüber den 19 Prozent im vorangegangenen Insa-Poll im frühen Juli. Auch die Linke gewinnt leicht zu, von 18 auf 19 Prozent. Die AfD hingegen verliert zwei Prozentpunkte auf 17 Prozent. Die Grünen bleiben stabil bei 16 Prozent, während die SPD von 13 auf 15 Prozent steigt.

Der enge Vorsprung von fünf Prozentpunkten zwischen Erstem und Fünftem macht die Wahl zu einem „Machtthriller“. In den letzten Umfragen wechselten sich CDU, Linke und AfD an der Spitze ab. Die SPD, die zuvor auf Tiefstwerte von 12 Prozent gesunken war, scheint sich stabilisiert zu haben.

Koalitions-Szenarien

Die aktuelle Regierungskoalition CDU und SPD könnte Teil einer möglichen Dreier-Allianz mit den Grünen werden. Der Poll zeigt, dass keine Zweier-Koalition in Berlin eine Mehrheit sichern kann. Alternativ gilt auch eine Koalition aus Linke, Grüne und SPD als plausibel.

Eine andere Insa-Umfrage für Nius zeigte die AfD vorübergehend mit 19 Prozent, was laut Handelsblatt erstmals ein Führendes Ergebnis für die AfD war. In dieser Umfrage vom 14. bis 21. Juli lag CDU und Linke jeweils bei 18 Prozent. Die Grünen folgten mit 16 Prozent, die SPD mit 13 Prozent. FDP und BSW erreichten jeweils 4 Prozent, was unter der Schwellenwert für parlamentarische Repräsentation liegt.

Eine separate Umfrage vom 16. Juli durch Infratest Dimap für RBB stellte die Linke mit 22 Prozent an der Spitze, gefolgt von CDU mit 20 Prozent, Grünen mit 17 Prozent und AfD mit 16 Prozent. Die SPD lag in dieser Umfrage bei 12 Prozent.

Kulturpolitische Diskussion

Die politische Debatte in Berlin erstreckt sich über Parteipolitik hinaus in die Kulturpolitik. Am 11. Juni führte die Akademie der Künste ein Gespräch mit führenden Kandidaten für die Abgeordnetenhauswahl zum Thema: „Wie viel Wert legt Berlin auf Kultur?“ Die Diskussion umfasste Kulturpolitische Prioritäten, die Rolle des zukünftigen Kultur-Senators und die finanzielle Situation von Künstlern, wie die Akademie der Künste berichtet.

Teilnehmer waren Vertreter demokratischer Parteien, wobei die Debatte sich auf das Kultur-Förder-Gesetz und die breitere gesellschaftliche Unterstützung der Künste konzentrierte. Die Veranstaltung fand in der Plenarhalle der Akademie statt, die den Brandenburger Tor überblickt, und bot Podeste, Laufstege und unkonventionelle Sitzplätze, um dynamische Interaktion zu fördern.

Stand vom 21. Juli hat die CDU einen neuen Spitzenkandidaten im Finanz-Senator Stefan Evers, nachdem der ehemalige Bürgermeister Kai Wegner zurückgetreten war. Die Insa-Umfrage hat einen Fehlerbereich von plus/minus 3,1 Prozentpunkten. Alle Umfragen spiegeln Trends zum Zeitpunkt der Erhebung wider und sind nicht vorhersagend für das Endergebnis der Wahl.

Da keine klare Mehrheit in einer Zweier-Koalition entsteht, stehen Berliner Wähler im September vor einer komplexen Entscheidung. Die Wahl wird nicht nur die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses bestimmen, sondern auch die zukünftige Richtung der Regierung und Kulturpolitik in der Hauptstadt.