Eine aktuelle Studie zu Hummeln hat Verhaltensweisen aufgedeckt, die darauf hindeuten, dass die Insekten emotionähnliche Zustände erleben. Dies könnte die traditionelle Sichtweise, wonach Insekten lediglich als einfache Automaten agieren, infrage stellen. Forscher der Southern Medical University in Guangzhou, China, unter Leitung von Fei Peng und Cwyn Solvi, beobachteten, dass Hummeln nach dem Verzehr von süßen, salzigen oder bitteren Flüssigkeiten unterschiedliche Gesichtsausdrücke zeigten, berichten EurekAlert! und Jambalaya News Louisiana.
Bienen zeigen Verhalten von Gefallen und Ungefallen
Professor Peng erklärte, dass viele Menschen akzeptieren, dass Insekten wahrnehmen, lernen und Entscheidungen treffen können. Weniger bekannt sei jedoch, dass sie Dinge als angenehm oder unangenehm bewerten könnten. Die Studie zeigte, dass Hummeln (Bombus terrestris) nach dem Geschmack von süßen, salzigen oder bitteren Flüssigkeiten unterschiedliche orofaziale Verhaltensweisen zeigten. Süße Lösungen führten zu Zunge-vorstoß-Verhaltensweisen, vergleichbar mit „Lippen lecken“, während salzige und bittere Lösungen zu Kopfschütteln und Mundwischen führten, wie EurekAlert! meldet.
Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Insekten etwas Ähnliches wie „Gefallen“ und „Ungefallen“ erleben könnten, anstatt rein instinktiv auf Nahrung zu reagieren. „Wir verstehen noch nicht, was die Bienen tatsächlich erleben, aber wir können emotionähnliche Verhaltensweisen beobachten“, sagte Dr. Andrew Barron, ein Neuroethologe von der Macquarie University in Sydney, laut Jambalaya News Louisiana.
Folgen reichen über Bienen hinaus
Bislang waren solche emotionähnlichen Verhaltensweisen nur bei Säugetieren beobachtet worden. Die Studie, die in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht wurde, markiert den ersten Nachweis solcher Verhaltensweisen bei Insekten. „Dies ist ein weiterer Schritt, um zu zeigen, dass es ein inneres Leben als Bienen gibt“, sagte Barron. Die Forscher betonten, dass die genaue Natur der Erlebnisse der Bienen noch unbekannt sei. Die beobachtbaren Verhaltensweisen bieten jedoch einen messbaren Einblick in deren innere Zustände.
Professor Barron betonte, dass die Folgen der Studie über Hummeln hinausgehen. Es könnten ähnliche Verhaltensweisen bei anderen Insektenarten beobachtet werden. „Wir haben nun eine praktische Messung ihres inneren Lebens, mit der wir experimentell arbeiten können“, sagte er laut EurekAlert!.
Verändert die wissenschaftliche Sicht auf Insekten
Die Studie stellt die bislang verbreitete Annahme in Frage, dass Insekten die neurologische Komplexität fehlt, um irgendetwas Emotionen Ähnliches zu erleben. „Es gab immer Spannungen zwischen der Betrachtung von Insekten als Tiere oder als Art Mini-Roboter“, sagte Barron. Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Insekten mehr subjektive Erlebnisse haben könnten, als bisher angenommen. Weitere Forschung ist jedoch erforderlich, um diese Schlussfolgerungen zu bestätigen.
Sowohl EurekAlert! als auch Jambalaya News Louisiana betonen das potenzielle Bedeutung der Studie für die Neurowissenschaften und die Forschung zum Verhalten von Tieren. Wenn Insekten etwas Ähnliches wie positive und negative Emotionen erleben können, könnte dies die Interpretation ihres Verhaltens durch Wissenschaftler beeinflussen und zukünftige Forschungen zur Evolution von Emotionen bei Tieren beflügeln.
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