Bitcoin verlor seit Anfang Oktober mehr als 50 % an Wert und erreichte am 6. Februar ein Mehrjahrestief von 60.000 Dollar. Obwohl der Kurs seitdem etwas zugelegt hat, bleibt der Kryptowährung ein deutiger Rückgang im Jahr. Laut Santiment kauften große Anleger, sogenannte Whale-Investoren, während kleinere Privatanleger stark verkaufen.

Whale-Investoren kontrollieren große Bitcoin-Reserven und können den Markt mit ihren Transaktionen beeinflussen. Während des Kursrückgangs steigerten diese Großanleger ihre Positionen, obwohl der Preis fiel. Santiment verfolgte die Aktivitäten auf der Kette von Anfang Oktober bis Mitte Februar. Adressen, die mindestens 1.000 BTC besitzen, erweiterten ihre Portfolios kontinuierlich. Dies stand im starken Kontrast zum Verhalten von Privatanlegern.

Privatanleger, die in der Regel weniger als 1 BTC besitzen, verloren die Nerven, als sich der Wert reduzierte. Transaktionsvolumina stiegen in Schlüsselabwärtphasen von diesen kleineren Wallets. Im November gab es starke Verkäufe durch Privatanleger, nachdem Bitcoin den Wert von 90.000 Dollar nicht halten konnte. Bis Dezember beschleunigte sich der Trend. Santiment beobachtete, dass die Verkäufe durch Privatanleger um Weihnachten Spitzen erreichten, während der Markt insgesamt unsicher war.

Das Tief von 60.000 Dollar am 6. Februar markierte eine Kapitulation. Der tägliche Handelsvolumen stieg an diesem Tag über 50 Milliarden Dollar. Whale-Investoren kauften nach dem Rückgang aktiv. Santiment berichtet, dass ihr Netto-Positionswachstum im frühen Februar dreimal stärker war als die Liquidation durch Privatanleger. Seither stieg der Kurs um etwa 15 % und liegt aktuell bei etwa 69.000 Dollar.

Marktbeobachter sehen die Käufe der Whale-Investoren als positives Zeichen. Großanleger verfolgen oft Erholungsphasen im Voraus. Historische Muster bestätigen dies: Ähnliche Käufe gingen vor dem Bullenmarkt im Jahr 2021 voraus. Die Verkäufe durch Privatanleger hingegen spiegeln Angst wider. Der Fear and Greed Index sank über Wochen unter 20 – ein Zeichen für extreme Angst.

Santiment-Analysten beziehen sich auf den Verkehr auf Exchanges für Hinweise. Bitcoin-Flüsse auf Plattformen wie Binance und Coinbase stiegen im späten Jahr 2023 stark durch Privatanleger. Whale-Investoren hingegen verlagerten ihre Coins in kalte Lager. Dieser Unterschied betont die Kluft zwischen den Anlegerklassen. Institutionelle Anleger und vermögende Spieler blieben gelassen. Tagetrader folgten dem Abwärtimpuls.

Der allgemeine Kontext beeinflusst die Stimmung. Die US-Regulierung von Krypto-Exchanges hängt weiterhin an. Entscheidungen der Federal Reserve sind von großer Bedeutung. In jüngster Zeit stärkte sich die Korrelation zwischen Bitcoin und Tech-Aktien. Der Rückgang des Nasdaq zog Bitcoin ebenfalls nach unten. Dennoch deutet die Entschlossenheit der Whale-Investoren auf Vertrauen in den langfristigen Wert hin.

Das Tief im Februar testete die Unterstützung bei 58.000 Dollar. Die Bullen verteidigten diesen Stand erfolgreich. Danach folgte eine Erholung, die durch ETF-Flüsse begünstigt wurde. Spot-Bitcoin-ETFs erhielten allein letzte Woche 2,4 Milliarden Dollar an Netto-Käufen, laut Daten von The Block. Whale-Investoren dürften indirekt zu diesem Bedarf beigetragen haben.

Santimants Untersuchung unterstreicht die Reife des Marktes. Frühe Zyklen zeigten einheitliche Panik. Jetzt nutzen erfahrene Anleger Schwächen aus. Privatanleger könnten später Reue empfinden, wenn der Aufwärtstrend wiederkehrt. Bitcoin liegt aktuell 28 % unter dem November-Hoch von 108.000 Dollar. Die Verluste im Jahr bislang übertreffen 12 %.

Handelsakteure beobachten den Widerstand bei 72.000 Dollar. Ein Durchbruch könnte auf 80.000 Dollar zielen. Laut Glassnode halten Whale-Investoren etwa 15 % der umlaufenden Münzen. Ihre Aktionen haben Gewicht. Privatanleger bauen langsam wieder auf, geplagt von dem Rückgang.