Zwei US-Flugzeugträgerabordnungen sammeln sich in der Nähe des iranischen Hoheitsgebiets, was auf eine mögliche Eskalation im Nahen Osten hindeutet. Dieser Aufmarsch erfolgt im Kontext von Berichten, wonach die iranische Regierung über 35.000 Demonstranten und Zivilisten exekutiert hat. Präsident Donald Trump erklärte daraufhin, die USA seien „bereit und aufmarschiert“ und bereit, Maßnahmen zu ergreifen. Kritiker argumentieren jedoch, dass die Strategie der Regierung unklar sei und den Fehler der gescheiterten Operation Rough Rider 2025 in Jemen wiederholen könnte.
Strategische Unschärfe und frühere Fehlschläge
Im Gegensatz zu früheren US-Militäreinsätzen, bei denen klare Ziele wie die Befreiung Kuwaits oder die Schaffung einer Demokratie im Irak bestanden, bleibt der aktuelle Ansatz gegenüber dem Iran vage. Analysten fragen sich, ob das Ziel eine Regimewechsel, Druck für einen Atomvertrag oder einfach die Verhinderung weiterer Gewalt gegen Demonstranten ist. Sollte ein Regimewechsel das Ziel sein, müsse die Regierung auch erklären, was danach kommt – eine Aufgabe, die in früheren Konflikten als schwierig erwiesen hat.
Ehemalige Präsidenten George H.W. Bush und Barack Obama standen vor ähnlichen Herausforderungen, als ihre Aufrufe zu einem Regimewechsel im Irak und Syrien nicht in nachhaltige politische Übergänge mündeten. Trump versucht, sich von diesen zu unterscheiden, doch Kritiker warnen, dass seine Rhetorik ohne konkrete Pläne die Geschichte wiederholen könnte.
Herausforderungen beim Regimewechsel und Führungsvakuum
Experten warnen, dass ohne die Sicherung einer tragfähigen Übergangsfigur wie dem ehemaligen Kronprinzen Reza Pahlavi oder das Besetzen kritischer Infrastrukturen wie des Kharg-Ölterminals der Iran einfach auf einen Wechsel der US-Präsidentschaft warten könnte. Die Regierung unter dem Obersten Führer Ali Khamenei hat gezeigt, dass sie Druck aushält und glaubt, die Trump-Regierung überstehen zu können.
Reza Pahlavi, eine prominente Oppositionspersönlichkeit, ist bislang keine einheitliche Kraft geworden. Sein Büro bleibt in Chaos, und seine Anhänger scheinen sich mehr auf interne Streitigkeiten zu konzentrieren als auf den Kampf gegen die Regierung. Selbst wenn Pahlavi nach Iran zurückkehren würde, bleibt unklar, ob er die komplexe Sicherheitslandschaft ohne Angriffe von Regimeanhängern bewältigen könnte.
Ehemalige CIA-Versuche, alternative Führer in Irak wie Nizar al-Khazraji und Majid al-Khoei zu installieren, endeten im Scheitern. Ähnlich verlief es mit Figuren wie Ayad Allawi, die keine breite Unterstützung fanden. Diese Vorgänger zeigen, dass ein Regimewechsel im Iran mit Herausforderungen verbunden ist, insbesondere ohne einen klaren Nachfolger für Khamenei.
Militärische Präzision und humanitäre Bedenken
Das Pentagon hat die Fähigkeit gezeigt, präzise Angriffe durchzuführen, beispielsweise auf Wachposten oder Wände von Gefängnissen. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen, um Massenexekutionen von Demonstranten zu verhindern, bleibt jedoch unklar. Sollte die iranische Regierung die Gewalt eskalieren, könnte sich die USA in eine schwierige Lage befinden, in der sie ohne Bodentruppen nicht eingreifen kann.
Kriegsspiele haben Szenarien betrachtet, in denen der Iran seine eigene Infrastruktur angreifen könnte, um die USA die Schuld zu geben und internationale Empörung auszulösen. Angesichts der Geschichte der Regierung, solche Taktiken zu nutzen, muss die USA auf potenzielle Provokationen vorbereitet sein, die weitere militärische Aktionen rechtfertigen könnten.
Trump hat bislang nicht klargemacht, ob er die Islamische Revolutionsgarde (IRGC), einen Schlüsselbestandteil der Regierung, als Ziel priorisieren würde. Die IRGC ist keine monolithische Einheit, wobei Provinztruppen viel der schmutzigen Arbeit der Regierung erledigen. Die Sicherung von Waffenlager über das riesige Gebiet Irans ohne Bodentruppen stellt eine logistische Herausforderung dar.
Zudem hat die Regierung’s Fehlschlag, lokale Kräfte im Jemen während der Operation Rough Rider zu koordinieren, Bedenken über die Wirksamkeit der aktuellen Strategien ausgelöst. Der Deal, den Trump mit den Huthis abgeschlossen hat, ermöglichte es diesen, weiterhin internationale Schifffahrt zu attackieren, was China und Russland zugutekam, während westliche Verbündete benachteiligt wurden.
Sollte Trump ähnliche Kompromisse in Iran eingehen, könnte die Regierung den Schluss ziehen, dass sie einen vollen Krieg vermeiden kann. Während Israel eine existenzielle Bedrohung beseitigen möchte, könnte Trump die Sicherung eines Friedensnobelpreises über eine umfassende Lösung des Konflikts stellen.
Die iranische Führung berechnet vermutlich, dass die USA nicht bereit sind, über Luftangriffe oder begrenzte Sanktionen hinaus zu eskalieren. Dieser Eindruck könnte Khamenei ermutigen, seinen Druck auf Dissidenten fortzusetzen, da er weiß, dass die USA ihn ohne Bodentruppen nicht stoppen können.
Als der militärische Aufmarsch weitergeht, muss die Regierung ihre Ziele klären und sich auf die langfristigen Folgen ihrer Aktionen vorbereiten. Ohne eine klare Strategie bleibt das Risiko eines Fehlschlags hoch, mit potenziellen Folgen für die Glaubwürdigkeit der USA und die regionale Stabilität.
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