Das US-Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) hat seine Reaktion auf den anhaltenden Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda verstärkt, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch als Gesundheitsnotstand erklärt hat. Laut Satish Pillai, dem Leiter der Ebola-Reaktion des CDC, will das Zentrum zusätzliche Mitarbeiter in die betroffenen Länder entsenden und technische Unterstützung leisten, darunter Labortests, Kontaktnachverfolgung und Überwachung, wie er bei einer Pressekonferenz am Sonntag erklärte. Das CDC hat außerdem seinen Notfallzentrale aktiviert.
Ausbruch durch seltene Strain
„Das Risiko für die USA bleibt gering“, sagte Pillai. Der Ausbruch wird durch die Bundibugyo-Ebola-Virus-Variante verursacht, für die es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine Behandlung gibt. Er fügte hinzu, dass infizierte Menschen das Virus erst übertragen können, wenn sie Symptome zeigen. Die Maßnahmen folgen der Erklärung der WHO vom Sonntag, den Ebola-Ausbruch als internationale Gesundheitsnotlage einzustufen, ohne jedoch den Begriff „Pandemie-Notstand“ zu verwenden. Ziel sei es, Unterstützung gegen die seltene Virusvariante zu mobilisieren. Die WHO vermutet, dass sich die Virusvariante in der Region bereits seit Wochen unbemerkt ausbreitet.
Bestätigte Fälle und Reaktionen
Laut WHO hat Kongo acht bestätigte Fälle, 246 vermutete Infektionen und 80 vermutete Todesfälle in der Provinz Ituri gemeldet. Uganda hat zwei Infektionen und einen Todesfall bei Reisenden aus Kongo registriert. Das CDC bestätigte nicht, ob Amerikaner in Kongo dem Virus ausgesetzt wurden. Das Zentrum wurde am 14. Mai über den Ausbruch in Kongo und am 15. Mai über den Ausbruch in Uganda informiert, erklärte Pillai. Das in Atlanta ansässige Zentrum identifiziert derzeit Mitarbeiter, die in die Länder entsendet werden sollen, um die bereits dort stationierten 30 Mitarbeiter pro Land zu verstärken.
Das Zentrum hat zudem zwei Reise- und Gesundheitswarnungen veröffentlicht, die Amerikaner zu verstärkten Vorsichtsmaßnahmen auffordern. Die betroffenen Länder haben an ihren lokalen Flughäfen Ausreise-Screening-Strategien eingerichtet, um Infektionen zu überwachen, und die USA haben zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um symptomatische Personen an den Einreisepunkten zu identifizieren, sagte Pillai. Die Grenzübertragung, unerklärliche Todesfälle und die Ungewissheit bezüglich der Ausbruchsgroßheit führten dazu, dass die WHO den Ausbruch als höchstrangige internationale Sorge einstufte.
WHO-Erklärung und breiterer CDC-Einsatz
„Dieses Ereignis gilt als außergewöhnlich“, sagte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in seiner Erklärung, die darauf abzielt, internationale Finanzmittel und Reaktionen zu mobilisieren. Es ist die erste Erklärung dieser Art seit der Einordnung von Mpox als globale Gesundheitsnotlage im Jahr 2024. Das CDC arbeitet zudem daran, einen Ausbruch von Hantavirus zu bekämpfen, der mit einer Kreuzfahrt in Verbindung gebracht wird und drei Todesfälle verursacht hat. Derzeit werden 41 Personen überwacht, die dem Virus ausgesetzt waren.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts