Country Joe McDonald, ein Rockstar der 1960er Jahre, dessen Anti-Kriegs-Hymne ‘I-Feel-Like-I´m-Fixin´-To-Die Rag’ zur Parole der Counterculture wurde, ist im Alter von 84 Jahren in Berkeley, Kalifornien, verstorben. Seine Ehefrau Kathy McDonald bestätigte den Tod und nannte als Grund Komplikationen durch Parkinson. McDonald war eine Schlüsselfigur im Musikszene der San Francisco Bay Area und trat mit Legenden wie Janis Joplin, den Grateful Dead und der Jefferson Airplane auf.

Das Erbe einer Protesthymne

McDonalds bekannteste Lied, ‘I-Feel-Like-I´m-Fixin´-To-Die Rag’, wurde 1965 geschrieben, als Präsident Lyndon B. Johnson die US-Beteiligung am Vietnamkrieg erhöhte. Die scharfsinnigen Texte, die den Krieg und seine Folgen lächerlich machten, wurden zur Hymne des Anti-Kriegsbewegungen. Der Anfangs-Chant ‘Give me an F, give me an I, give me an S, give me an H’ war eine direkte Anspielung auf das F-Wort, das später geändert wurde, um rechtliche Probleme zu vermeiden.

Das Lied wurde 1969 auf dem Woodstock-Musikfestival gespielt, wo es in dem Festival-Dokumentarfilm festgehalten wurde. Die Texte wurden als Untertitel angezeigt, wobei ein Ball, der sich bewegte, das Publikum durch die Wörter führte. McDonald sagte später der Associated Press, dass das Lied ‘ein Ausdruck unseres Ärgers und Frustrations über den Vietnamkrieg war, der uns töten, wörtlich töten, sollte.’

Eine umstrittene Figur in der Musikwelt

Die Popularität des Liedes hatte Konsequenzen. 1968 kündigte der Fernsehmoderator Ed Sullivan die geplante Auftritts von McDonalds Band Country Joe and the Fish ab, nachdem er von dem neuen Chant erfahren hatte. McDonald wurde 1970 in Worcester, Massachusetts, wegen der Aufführung des Liedes verhaftet und gebüsst, was zur Auflösung der Band beitrug.

Das Lied brachte auch rechtliche Herausforderungen mit sich. 2001 klagte die Tochter des Jazzmusikers Edward ‘Kid’ Ory gegen McDonald, da sie behauptete, dass der Melodie von ‘I-Feel-Like-I´m-Fixin´-To-Die Rag’ stark ähnelte, Orys Jazzstück ‘Muskrat Blues’ aus den 1920er Jahren. Ein Richter in einem US-Bundesgericht in Kalifornien entschied zugunsten von McDonald, da die Klage zu spät eingereicht wurde.

Von Protest zur Versöhnung

Trotz seines radikalen Images hatte McDonald eine komplexe Beziehung zum Vietnamkrieg. Er diente in den späten 1950er Jahren in der Navy in Japan und später äußerte sich zu dem Krieg mit widersprüchlichen Gefühlen. In den 1990er Jahren half er bei der Errichtung eines Vietnam-Veteranen-Memorials in Berkeley, das 1995 offiziell enthüllt wurde.

McDonald beschrieb die Zeremonie als Moment der Versöhnung statt Konfrontation. ‘Viele erinnerten sich an die unangenehmen Konfrontationen, die während des Krieges in der Stadt stattfanden’, schrieb er. ‘Doch die Atmosphäre war eine von Versöhnung, nicht Konfrontation.’

McDonald trat sein Leben lang auf und veröffentlichte Alben wie ‘Country’, ‘Carry On’, ‘Time Flies By’ und ’50’. Er schrieb auch Protestlieder wie ‘Save the Whales’ im Jahr 1982. Seine Musik spiegelte oft seine tiefgehende politische und soziale Engagement wider.

McDonald wurde am 1. Januar 1942 in Washington, D.C., geboren und wuchs in El Monte, Kalifornien, auf. Seine Eltern waren ehemalige Kommunisten, die ihn nach Joseph Stalin benannten. Er begann, Lieder zu schreiben, als Teenager und spielte im Schlagzeugensemble seiner Highschool. Nach seinem Dienst in der Navy besuchte er die Los Angeles State College, bevor er nach Berkeley zog und sich in der Volks- und politischen Musikszene engagierte.

Er gründete die Underground-Zeitschrift ‘Rag Baby’ und half bei der Gründung lokaler Gruppen wie der Instant Action Jug Band und dem Berkeley String Quartet. 1965 gründete er mit Barry ‘The Fish’ Melton Country Joe and the Fish, später kamen Bruce Barthol, David Bennett Cohen und Gary ‘Chicken’ Hirsh hinzu. Der Name der Band wurde von einem Zitat von Mao Zedong inspiriert, und McDonald bekam den Spitznamen ‘Country Joe’ nach einem Spitznamen für Stalin im Zweiten Weltkrieg.

McDonalds Musik entwickelte sich von Volksmusik zu Folk-Rock und schließlich zu Acid-Rock. Sein Debütalbum ‘Electric Music for the Mind and Body’ wurde 1967 veröffentlicht und enthielt einen kleineren Hit, ‘Not So Sweet Martha Lorraine’. Die Band trat auf dem Monterey Pop Festival auf, einem Meilenstein des Sommers der Liebe. McDonald reflektierte später über die Zeit und sagte: ‘Ich glaube, das ‘Summer of Love’-Thema wurde von der Medien hergestellt… Ich war einfach glücklich, Teil dieser neuen Counterculture zu sein.’