Der britische Hygienemarkt Dettol hat sich nach einer umstrittenen Werbung in China entschuldigt. Das Unternehmen gab an, der Spot sollte Sexismus thematisieren, löste aber eine heftige Reaktion aus.
Ungewollte Botschaft im Spot
Der fünfundzwanzig Sekunden lange Spot, der wie ein Kurzdrama gestaltet wurde, zeigt einen Mann, der nach einer Partnerin sucht, die „rein“ und „nicht von anderen Männern berührt“ ist.
Später im Spot ruft die neue Freundin ihn wegen seiner frauenfeindlichen Einstellungen an und trennt sich von ihm. Dettol wird dann als Lösung gegen „toxische Männer, die wie Bakterien sind“, dargestellt.
Der Spot löste auf chinesischen sozialen Medien eine heftige Debatte aus. Viele Nutzer kritisierten, dass Frauen in dem Spot objectiviert würden. Andere forderten einen Boykott des Unternehmens.
Entschuldigung und Kritik
Dettol teilte mit, der Spot sei nach der Kritik aus dem Netz gelöscht worden. Das Unternehmen betonte, er habe Gender-Stereotype thematisieren sollen, doch Teile des Spots hätten die Botschaft verzerrt.
„Wir erkennen an, dass viele Menschen, insbesondere Frauen, verletzt wurden. Wir übernehmen die Verantwortung für jede Nachlässigkeit bei der Erstellung und Prüfung des Spots“, hieß es in einer Erklärung am Montag.
Dettol kündigte an, seine Prozesse zur Inhaltskontrolle zu überprüfen. Das Unternehmen betonte, es sei gegründet worden, um die Gesundheit von Familien zu schützen. „Aber wir wissen, dass echter Schutz auch darin besteht, die Würde jedes Einzelnen zu wahren und Gleichbehandlung zu gewährleisten“, fügte Dettol hinzu.
Öffentliche Reaktionen und Vorstrafen
Der Spot löste in den letzten Tagen heftige Diskussionen auf chinesischen sozialen Medien aus. Viele Nutzer waren verärgert über den Vergleich von „Reinheit“ mit der Desinfektionswirkung von Dettol-Produkten.
„Was für ein elendes Zeug. Es hat mich sprachlos gemacht“, schrieb ein Nutzer auf Weibo, Chinas Twitter-ähnlicher Plattform.
„Was für ein hoffnungsloser Betrieb. Was macht die Geschäftsleitung?“, hieß es in einem weiteren Kommentar. „Ich werde Dettol nie wieder benutzen. Immerhin gibt es ja genug andere Marken auf dem Markt.“
Manya Koetse, die den Newsletter Eye on Digital China betreibt, bezeichnete die Kampagne als „ziemliche Katastrophe für ein Unternehmen, das sich komplett um Sauberkeit dreht“.
„Selbst wenn die Absicht war, den männlichen Charakter als falsch darzustellen, wurde die Botschaft so schlecht vermittelt, dass sie katastrophal nach hinten losging“, sagte sie.
Dettol, das zur britischen Konsumgüterfirma Reckitt gehört, ist nicht das erste Mal in der Mitte einer Kontroverse in China. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen eine Werbung ausgestrahlt, in der der Satz vorkam: „Die Frau wurde kurz vor der Hochzeit ‚zurückgegeben‘; das muss daran liegen, dass sie nicht sauber war.“
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