Disney’s neueste Live-Action-Version von Moana, inszeniert von Thomas Kail mit Dwayne Johnson und Catherine Lagaʻaia, startete mit 43 Mio. Dollar in Nordamerika und 95 Mio. Dollar weltweit. Dies ist das schwächste Debüt in der langen Reihe der Animationsfilme, die der Studio in Live-Action umgesetzt hat. Der Film, der 250 Mio. Dollar kostete, erhielt Kritik für seine fast eins-zu-eins-Übernahme der 2016 erschienenen Animation. Auf Rotten Tomatoes erhielt er nur 34 % der Kritikerstimmen. Die Reaktionen der Zuschauer waren positiver: 63 % würden den Film weiterempfehlen, 78 % der Eltern auch, so PostTrak und CinemaScore.
Unter Druck durch Konkurrenz und Nostalgie
Die Leistung des Films wird auf Marktgesättigung und schlechte Timing zurückgeführt. Moana kam knapp zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Moana 2 heraus und stand an einem vollen Wochenende mit Universal’s Minions & Monsters und Pixars Toy Story 5 konfrontiert. Minions & Monsters erzielte 20,5 Mio. Dollar, Toy Story 5 18,5 Mio. Dollar, wobei Letzterer weltweit bereits 879,1 Mio. Dollar einbrachte. David A. Gross, Herausgeber des Box-Office-Newsletters FranchiseRe, sagte, der Start sei „weit entfernt von früheren Disney-Umsetzungen“. Der Film konkurriere nun mit dem Debüt von Snow White im Jahr 2025, der mit 42 Mio. Dollar startete.
Disney hat mit seinen Live-Action-Umsetzungen gemischte Erfolge erzielt. Filme wie The Lion King und Beauty and the Beast erzielten weltweit über eine Milliarde Dollar, andere wie Snow White schlugen fehl. Moana wird voraussichtlich 100 Mio. Dollar im Kino verlieren, ähnlich wie Snow White, der mit 205 Mio. Dollar weltweit gegen denselben Budgetrahmen abschloss. Paul Dergarabedian, Leiter der Markttrends bei Rentrak, merkte an, der PG-Markt sei übergesättigt, was die Anziehungskraft von Moana weiter verringere.
Disney’s Strategie der Live-Action-Umsetzungen
Disney hat seit 1994 über 25 Live-Action-Umsetzungen seiner Animationsfilme veröffentlicht. Ziel der Strategie ist es, Klassiker neuen Generationen zu präsentieren und gleichzeitig Nostalgie bei älteren Zuschauern zu nutzen. Obwohl die Strategie finanziell erfolgreich war, war die künstlerische Aufnahme gemischt. Filme wie Alice in Wonderland (2010) zeigten das kommerzielle Potenzial der Gattung, doch jüngere Projekte erhielten immer weniger Kritik. In Deutschland berichteten Medien wie NewsFlix, dass die Filme zwar weiterhin gut abschneiden, aber zunehmend die Erwartungen der Zuschauer und Kritiker verfehlen.
Moana folgt früheren Umsetzungen wie Cinderella, Aladdin und Lilo & Stitch, die jeweils über eine Milliarde Dollar einbrachten. Doch mit geplanten Projekten wie den Live-Action-Versionen von Rapunzel und Hercules muss Disney sowohl kritische als auch kommerzielle Erfolge liefern. Die internationale Leistung von Moana blieb hinter den Erwartungen zurück: 52 Mio. Dollar, weit unter Disneys Ziel von 140 Mio. Dollar weltweit.
Starke Starts in Südkorea
Trotz des durchschnittlichen weltweiten Starts erzielte Moana in Südkorea einen starken Start. Über das Wochenende vom 10. bis 12. Juli kamen 403.822 Zuschauer hinzu. Bis zum 12. Juli hatte der Film insgesamt 511.078 Tickets verkauft und war damit der Marktführer der Sommerzeit. Der Korean Film Council (KOFIC) berichtete, dass der Film fünf Tage in Folge an der Spitze der Kinocharts stand. Am 12. Juli allein wurden 164.906 Tickets verkauft. Toy Story 5 folgte auf Platz zwei mit 98.665 Zuschauern, während der Thriller The Eyes mit Shin Min-a in der Hauptrolle auf Platz drei mit 95.586 Zuschauern landete.
Disney gab zudem bekannt, die französisch vertriebene Version von Moana, Vaiana, la Légende du bout du monde, am 8. Juli 2026 zu veröffentlichen. Die Besetzung und der Regisseur bleiben gleich. Der Trailer betonte den Übergang vom animierten zum Live-Action-Format, wobei die polynesische Kulisse, die musikalischen Elemente und die Charaktergestaltung erhalten blieben. Auliʻi Cravalho, die die ursprüngliche animierte Vaiana sprach, ist als Executive Producer gelistet. Das Produktionsteam umfasst Dwayne Johnson, Dany Garcia und Lin-Manuel Miranda, der auch an der Originalmusik beteiligt war.
Mit gemischten Kritiken, finanziellen Schwächen und einem überfüllten Kino-Markt hat sich Moana zu einem Fallbeispiel für die Risiken einer übermäßigen Nostalgie-Abhängigkeit entwickelt. Während Disney seine Strategie der Live-Action-Umsetzungen fortsetzt, muss das Studio den finanziellen Ambitionen kreative Innovation gegenüberstellen, um die Fehler von Moana und Snow White nicht zu wiederholen.
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