Obwohl es „ermutigende Anzeichen“ im Kampf gegen die Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) gibt, sind die Bemühungen, das Virus im Osten des Landes zu eliminieren, „noch weit davon entfernt, abgeschlossen zu sein“, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit.

Steigende Fallzahlen in Nord-Kivu

In einer Online-Pressekonferenz sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus den Journalisten, dass die Fallzahlen in der Provinz Nord-Kivu steigen, während Behörden versuchen, den Ausbruch von „vielen Epidemien an vielen Orten“ zu kontrollieren.

Tedros berichtete, dass die Zahl der wöchentlichen Fälle in den letzten zwei Wochen von 100 auf mehr als 200 Fälle in Nord-Kivu gestiegen sei. „Die Region ist so groß, dass es schwer ist, von einer einzigen Epidemie zu sprechen“, fügte er hinzu.

Tedros stellte fest, dass die Übertragung in den am stärksten betroffenen Gebieten der Provinz Ituri, dem Epizentrum des Ausbruchs, zurückgegangen sei. Süd-Kivu habe seit Mai keine neuen Fälle gemeldet. „Aber machen Sie sich nichts vor, die Epidemie wächst weiter und tötet weiterhin“, warnte Tedros.

Herausforderungen durch eine seltene Virenart

Der Ausbruch wird durch das Auftreten einer seltenen Ebola-Virusart namens Bundibugyo erschwert, bei der es keine bekannte Heilung gibt. Die WHO sagte, dass Behandlungsversuche und die Entwicklung von Prophylaxe nach Exposition sich beschleunigten.

Meg Doherty, Direktorin für Wissenschaft, Forschung, Evidenz und Qualität im Gesundheitswesen bei der WHO, teilte mit, dass mehr als 3000 Gesundheits- und Frontlinienarbeiter bereits mit Mercks Ervebo geimpft worden seien. Ervebo ist gegen Zaire-Ebolavirus lizenziert, doch seine Wirksamkeit gegen den Bundibugyo-Stamm, der den aktuellen Ausbruch verursacht, ist noch unbekannt.

Auswirkungen und anhaltende Sorgen

Seit der DRC im Mai ihren 17. Ebola-Ausbruch meldete, wurden in sieben Provinzen mehr als 7200 Fälle und über 3500 Todesfälle gemeldet. Die WHO betonte, dass es weiterhin aufmerksam und mit Ressourcen ausgestattet sein müsse, um das Virus zu bekämpfen.

Die DRC hat seit 2018 mehrere Ausbrüche erlebt. Dieser aktuelle Ausbruch ist besonders besorgniserregend aufgrund der Ausdehnung der betroffenen Gebiete und der Art des beteiligten Virenstamms. WHO-Mitarbeiter beobachten die Lage weiterhin eng und koordinieren sich mit lokalen Gesundheitsbehörden, um Gegenmaßnahmen umzusetzen.