Die Europäische Union prüft die Ernennung eines Vermittlers, der mit Russland in Kontakt treten könnte, um den Krieg in der Ukraine zu beenden, berichtet die BBC. Dies geschieht, nachdem US-Außenminister Marco Rubio kürzlich betonte, die USA hätten kein Interesse an einer ‘endlosen Reihe von Treffen, die zu nichts führen’, and Er fügte jedoch hinzu, dass die USA an Vermittlungsversuchen interessiert blieben, wenn sich eine Gelegenheit ergebe.
EU sucht Vermittler
Wladimir Putin hat sich grundsätzlich für einen Vermittler ausgesprochen, sofern die Person keine ‘unangenehmen’ Äußerungen über Russland abgegeben hat. Seine Empfehlung lautete, der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder solle diese Rolle übernehmen. Schröder gilt als Befürworter Moskaus und war früher als Lobbyist für russische Interessen tätig. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas lehnte diesen Vorschlag jedoch sofort ab. Sie erklärte, Schröder ‘würde auf beiden Seiten des Tisches sitzen’.
Die EU trifft sich in Zypern zu einem zweitägigen Treffen, um ihre Positionen in lockerer Atmosphäre zu besprechen. Seither, als Russland 2022 mit einer vollen Invasion begann, verfolgen die meisten EU-Mitgliedstaaten eine Politik der Isolation und Sanktionen. Doch es gibt keine Einigkeit darüber, ob auch begrenzte Kontakte zu Russland sinnvoll wären. Länder wie Schweden und Litauen fordern verstärkten Druck. Andere, wie Italien, argumentieren, dass es an der Zeit sei, die Isolation Russlands zu überdenken.
Russlands eskalierende Drohungen
Zwischenzeitlich hat Russland seine Rhetorik verschärft. Laut BBC warnt es vor ‘konsequenten, systematischen Angriffen auf Kiew, die sich auf das militärische Industriezentrum richten’ und bittet ausländische Bürger sowie diplomatisches Personal, die Stadt ‘so bald wie möglich’ zu verlassen. Diese Eskalation hängt mit einem spezifischen Vorfall zusammen, bei dem Russland die Ukraine beschuldigte, 21 Studenten in einem Angriff auf Starobilsk in der Luhansk-Region getötet zu haben. Die Ukraine betont, sie habe ein militärisches Objekt in russisch besetztem Gebiet angegriffen.
Moskau nutzt diesen Vorfall nun, um Gegenmaßnahmen zu rechtfertigen. Bisher wurden solche Angriffe selten erklärt. Der ehemalige ukrainische Geheimdienstoffizier und Militärstratege Ivan Stupak sieht dies als Zeichen dafür, dass Moskau die Kontrolle über die Narrativführung im Krieg verliert. Das ukrainische Außenministerium hat festgestellt, dass sich das Sicherheitsrisiko, das Russland für Kiew und andere Städte darstellt, im Vergleich zu früheren Monaten und Jahren nicht geändert hat.
Formulierung einer gemeinsamen EU-Position
Im März hatte Kaja Kallas erste Diskussionsansätze verbreitet, die ein EU-Beamter als ‘Stoff zum Nachdenken’ bezeichnete. Ihr Ziel ist es, eine gemeinsame EU-Position gegenüber Russland zu formulieren und rote Linien festzulegen, bevor Kontakte aufgenommen werden. Obwohl die Ernennung eines Vermittlers oder einer Vermittlergruppe in Zypern diskutiert wird, müssten ernsthafte Verhandlungen auf die Ebene der EU-Führer gehoben werden, möglicherweise bei ihrem Gipfel im nächsten Monat.
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