Die nördliche Küste Venezuelas wurde am 3. Januar von Explosionen und Schüssen erschüttert, als US-Truppen eine schnelle militärische Operation durchführten, um Präsident Nicolás Maduro festzunehmen, berichten The Guardian und BBC. Bewohner des Wohnprojekts Urbanización Rómulo Gallegos in Catia La Mar beschrieben das Chaos kurz vor 2 Uhr morgens, als Luft-Raketen-Systeme getroffen wurden und Delta Force-Operateure mit Hubschraubern einfielen. Elizabeth Herrera, eine lokale Bewohnerin, erinnerte sich an das ohrenbetäubende Schweigen, gefolgt vom Geräusch von Schüssen: „Tah-tah-tah-tah-tah-po-po-tah-tah-tah.“

Der schnelle und zerstörerische Einfall

„Es waren zehn Minuten, die sich wie eine endlose Stunde anfühlten“, sagte Herrera, beschreibend den Einfall, der militärische Einrichtungen auf einem nahegelegenen Berg ins Visier nahm. Ihre 85-jährige Nachbarin Jesucita dachte zunächst, die Zerstörung sei auf einen Erdbeben zurückzuführen. Herrera verlor zwei ältere Nachbarn in dem Angriff. Ihr autistischer Sohn kämpfte mit dem Trauma des Ereignisses, fragte: „Mama, sind wir die Bösen? Sind Venezolaner die Bösen? Werden sie uns töten?“

Die Festnahme und ihre Folgen

US-Präsident Donald Trump teilte mit, Maduro sei festgenommen und aus dem Land geflogen worden, berichtet BBC. Der Präsident, der einst enorme Macht durch Kontrolle über Gerichte, Armee und Wahlen ausübte, wurde in einem grauen Jogginganzug mit gefesselten Händen und verbundenen Augen während seiner Überführung in die USA gezeigt. Die USA werfen Maduro seit langem vor, eine kriminelle Schmugglerorganisation zu leiten, was er verneint. Die USA haben die Gruppe „Cartel de los Soles“ – eine Elitegruppe in Venezuela, als ausländische Terrororganisation bezeichnet und behaupten, sie koordiniere illegale Aktivitäten wie Drogenhandel und ungesetzliche Bergbauaktivitäten.

Maduro muss sich nun in den USA wegen Waffen- und Drogenvergehen verantworten. Die US-Operation, die Luft- und Bodentruppen einsetzte, markierte eine seltene Form der direkten militärischen Intervention in eine ausländische Regierung. Der Schritt hat Fragen über die Zukunft der politischen Lage in Venezuela aufgeworfen. Die Regierung des Landes hat sich von der Illusion geweckt, dass US-militärische Interventionen oder Regierungswechsel nur eine ferne Bedrohung seien.

Bestehende Fragen und Unsicherheit

Trotz des dramatischen Machtwechsels fühlen sich viele Venezolaner der Situation gegenüber unverändert. Herreras Ehemann spekulierte, ob der Angriff ein US-Einfall oder Putsch sei, fügte hinzu: „Ich glaube nicht, dass ‚Papá Trump‘ gewagt hätte, einzufallen.“ Die Operation war jedoch kein Einfall, sondern ein gezielter Angriff, um Maduro aus der Macht zu entfernen. Die USA möchten zwar oft ihre Gegner aus der Macht verdrängen, greifen aber selten direkt militärisch ein, berichtet BBC. Die Zukunft Venezuelas bleibt unsicher, ohne klare Hinweise, wer die Machtvakanze nach Maduros plötzlichem Abgang füllen könnte.

Schon seit Jahren wird die Regierung Maduro vorgeworfen, Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben. Im Jahr 2020 stellten UN-Untersucher fest, dass die Regierung „besonders schwerwiegende Verstöße“ begangen habe, die als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gelten, darunter willkürliche Tötungen, Folter, Gewalt und Verschwindenlassen. Diese Vorwürfe betreffen Maduro und andere hochrangige Beamte. Die kürzliche US-Operation ist ein weiteres Kapitel in einem langfristigen Konflikt, der viele Venezolaner mit der Realität der politischen Instabilität ihres Landes konfrontiert.