Der FIFA-Chefoperativ Kevin Lamour wurde im August 2026 entlassen, nachdem er öffentlich kritisiert hatte, dass Präsident Gianni Infantino den umstrittenen Financial Fairplay (FFE)-Plan verfolge, berichtet theguardian.com. Lamour, der erst vor weniger als zwei Jahren von der UEFA zu FIFA gewechselt war, sagte, die Verwaltung sei ‘betrogen’ worden, und beschuldigte Infantino, er glaube, er ‘verkörperle FIFA, obwohl er dem Verband dienen müsse’.
Interne Unzufriedenheit mit dem FFE-Vorschlag
Lamour machte klar, dass er bereit sei, seinen Job zu verlieren. Er sagte: „Wenn das bedeutet, dass ich meine Stelle verliere, dann so sei es. Ich werde das akzeptieren und respektieren. Zumindest kann ich heute Nacht gut schlafen.“ Seine Äußerungen sollen seine Entlassung beschleunigt haben. Der FIFA-Sekretär Mattias Grafström informierte die Mitarbeiter in einer E-Mail, dass Lamour die Organisation verlassen würde. Ein Sprecher von FIFA bestätigte am 17. August 2026 das Ende von Lamours Beschäftigung, bedankte sich für seine zwei Jahre Arbeit und gab keine weiteren Kommentare ab.
Lamour kritisierte zudem das Arbeitsklima bei FIFA und sagte, seine Kollegen ‘verdienten mehr als Verachtung und Einschüchterung’. Er fügte hinzu: „Ich fühle, dass wir alle stolz sein wollen, für FIFA zu arbeiten. Heute ist das leider für viele von uns nicht mehr der Fall.“
Weiterer Widerstand im Führungsteam
Lamours Kritik traf auf wachsenden Unmut innerhalb der Führung. Am gleichen Tag legte einer von Infantinos Senior-Advisern, Carlos Cordeiro, sein Amt aus Protest gegen den FFE-Plan nieder. Das deutet darauf hin, dass ein beträchtlicher Teil der FIFA-Führung mit Infantinos Strategie unzufrieden war.
Lamour war zuvor von 2007 bis 2024 stellvertretender Generalsekretär der UEFA. Sein Ausscheiden zeigt die anhaltenden Spannungen innerhalb der Organisation im Hinblick auf Führung und strategische Richtung. Der FFE-Vorschlag, der darauf abzielt, Club-Finanzen zu begrenzen und mehr Geld an die Nationalverbände zu leiten, wurde angeblich Stunden nach Lamours öffentlichen Äußerungen ausgesetzt.
Infantinos Vision für den Fußball
Infantino verteidigte den FFE-Vorschlag als Mittel, um den Wettbewerbsverlauf im Weltfußball auszugleichen. In einer separaten Erklärung sagte er, ein zweijähriger WM-Zyklus würde verhindern, dass ‘Superklubs’ die globale Aufmerksamkeit und Einnahmen dominieren. „Dass ein Spiel in dieser Weise unterbrochen wird, ist etwas, das nicht passieren darf. Das ist nicht akzeptabel“, sagte Infantino laut dem Buenos Aires Times. Die FIFA-Disciplinarkommission hat eine Untersuchung eingeleitet, aber bislang wurde kein neuer Termin für das Spiel bekannt gegeben.
Infantinos Pläne bleiben jedoch umstritten. Kritiker argumentieren, dass die Vorschläge den traditionellen Fußeiballkalender stören und nur eine kleine Gruppe profitieren lassen würden. Der Buenos Aires Times berichtete zudem, dass die Disziplinaruntersuchung möglicherweise kaum Auswirkungen auf die Qualifikationschancen für die WM 2022 in Katar haben wird, da beide Teams ihre Gruppe deutlich führen.
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