Die Polizei von Okinawa nahm einen 20-jährigen Marine der Marinebasis Futenma auf der Insel fest. Er wird verdächtigt, eine Frau in deren Hotelzimmer in Naha, der Hauptstadt der Insel, ermordet und ihre Habseligkeiten gestohlen zu haben. Die Frau wurde am Samstagmorgen tot aufgefunden. Sicherheitsaufnahmen zeigen, dass der Verdächtigte mit ihr ins Zimmer ging und später allein mit ihren Gegenständen wieder verließ, berichteten Kyodo News und AFP. Der Verdächtigte leugnet die Vorwürfe.
Okinawas Gouverneur Genta Koja bezeichnete den Fall als „großen Schock“ und sagte, er „verursacht weitere Angst bei den Okinawa-Einwohnern, die ohnehin neben US-Stützpunkten leben müssen“. Er fügte hinzu: „Das ist absolut verzeihungslos, und wir sind wütend.“ Koja kritisierte das US-Militär und sagte: „Disziplin und Truppenausbildung funktionieren überhaupt nicht.“
Japanische Premierministerin Sanae Takaichi bezeichnete die Tat als „außergewöhnlich grausam und böse“ und teilte mit, die Regierung habe dem US-Militär eine starke Protestnote übermittelt. Sie forderte „maximale Unterstützung der Ermittlungen, eine strengere Disziplin unter den US-Truppenangehörigen und umfassende Maßnahmen, um Wiederholungen solcher Straftaten zu verhindern“. Der Aussenminister Toshimitsu Motegi liess den US-Botschafter George Glass vorsprechen, um „Wut“ zu zeigen.
Glass drückte der Familie der Opfer „aufrichtige Beileid“ aus und versprach auf Social Media „vollen Kooperationswillen“ mit der Ermittlung. Der US-Marine Corps bestätigte, dass der Verdächtigte der III. Marine Expeditionary Force zugeteilt ist, und erklärte: „Der Marine Corps nimmt diese Vorwürfe sehr ernst und erwartet von jedem Marine, dass er sich an die höchsten Verhaltensstandards hält.“
Okinawa ist schon lange ein Brennpunkt für US-Militärkriminalität und lokale Unzufriedenheit. Auf der Insel sind etwa die Hälfte der US-Truppen in Japan stationiert. Schätzungen zufolge sind insgesamt 50.000 bis 54.000 Soldaten dort. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 100 Festnahmen im Zusammenhang mit US-Soldaten und deren Angehörigen vorgenommen. 2017 wurde ein ehemaliger US-Marine zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er eine lokale Frau vergewaltigt und ermordet hatte.
Die Marinebasis Futenma, an der der Verdächtigte stationiert war, befindet sich in einem dicht besiedelten Gebiet von Naha und war seit Jahrzehnten Gegenstand lokaler Proteste.
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