Die Friedensgespräche in Kiew waren reich an Symbolik, insbesondere durch die Anwesenheit der Vertreter Donald Trumps auf ukrainischem Boden, was seit dem Beginn der vollen russischen Invasion nicht mehr vorkam.

Symbolik und Logistik

Die Delegierten mussten mit der Bahn reisen statt zu fliegen, um russischen Drohnen auszuweichen, einer Waffe, die auf Befehl des Mannes eingesetzt worden war, mit dem sie sich nur Stunden zuvor im Kreml getroffen hatten.

Geschichtliche und strategische Bedeutung

Ukrainischer Präsident Zelenskij begrüßte Steve Witkoff und Jared Kushner an Kiews Heilig-Weisen-Kathedrale, einem Ort von geschichtlicher Bedeutung und nur Meter davon entfernt, wo russische Drohnen am Freitag die Sicherheitsbehörden des Landes getroffen hatten.

Beide Seiten führten mehrere Stunden Gespräche und wurden später von europäischen Sicherheitsberatern begleitet, darunter der britische Nationalsecurityberater Jonathan Powell.

Alle Beteiligten zeigten sich optimistisch hinsichtlich der sachlichen Diskussionen und der Möglichkeit, frühere Dreiergespräche mit den USA und Europa wiederzubeleben.

Gegensätzliche Erzählungen

Trotz der positiven Atmosphäre bleiben grundlegende Differenzen bestehen – die US-Vertreter waren gerade aus Moskau zurückgekehrt, wo Wladimir Putin behauptete, Russland mache konkrete Fortschritte im Kampf.

Ukrainische Behörden boten eine andere Erzählung, wonach sie mehr Territorium gewonnen hätten, als sie verloren, und Russland 42.000 Verluste erlitten habe, todes- oder verletzt.

Putins Forderungen umfassten, dass die Ukraine Territorium abtreten, auf die NATO-Mitgliedschaft verzichten und ihre Armee verkleinern müsse.

Zelenskij betonte die Notwendigkeit starker und klarer Sicherheitsgarantien für die Ukraine, einschließlich einer starken Armee, und zeigte keine Bereitschaft, irgendein Territorium im Osten der Donbas-Region aufzugeben, ein Thema, das er als schwierig bezeichnete.

Witkoff hob Fortschritte hervor und betonte, dass die Voraussetzungen für eine Einigung vorhanden seien, räumte aber ein, dass beide Seiten Kompromisse eingehen müssten, um die Kluft zu überbrücken.

Derzeit ist es schwer vorstellbar, dass eine Seite solche Kompromisse eingeht, und Kiew rechnet damit, dass der Krieg weitergeht und ein schwieriges Winter bevorsteht.

Einige Diplomaten erwarten im nächsten Frühjahr eine Chance auf eine Einigung, andere sind weniger optimistisch.

Zelenskij bedankte sich bei den US-Vertretern für ihren Besuch und erkannte an, dass der vorübergehende Stopp der Luftangriffe den Menschen in Kiew eine kurze Erleichterung brachte, auch wenn davon nicht viele erwarten, dass sie lange andauert.