Tyson Fury hat erklärt, dass sein geplanter Fight mit Anthony Joshua abgesagt sei und fordert stattdessen Oleksandr Usyk zu einem dritten Duell heraus, berichten mehrere Quellen.

Aufruf an Usyk

„Das führt mich nur zu einem Fight mit Oleksandr Usyk. Oleksandr, du bist sein (Joshuas) Trainer und sein Meister und weißt, dass er schwach im Kopf ist und nie gegen den Gypsy King kämpfen würde, was du zweimal getan hast“, sagte Fury in einem Video auf sozialen Medien am Sonntag, den 6. September. „Du hast beide Male gewonnen, fair play. Viel Erfolg, lass uns es wiederholen. November, okay? Die Kugel liegt jetzt bei dir. Willst du mich 2024, 2025 oder 2026 bekämpfen, oder willst du aufhören? Sag es mir, denn ich suche jetzt einen neuen Gegner.“

Fury hat Usyk bereits zweimal besiegt. Usyk wurde nach seinen beiden Siegen über Fury 2024 unangefochtener Schwergewichtsmeister.

Standortstreit und Promotionsinteressen

Der geplante Fight zwischen Fury und Joshua ist von Streitigkeiten um den Austragungsort geprägt. Joshuas Vertrag verpflichtet zu einem Kampf im Vereinigten Königreich, was Promoter Eddie Hearn erneut verhandeln ließ. Gleichzeitig soll der saudi-arabische Promoter Sela und der Sender Netflix den Madison Square Garden in New York als Austragungsort bevorzugen.

Doch aktuelle Entwicklungen deuten darauf hin, dass der Fight doch in London stattfinden könnte. Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat öffentlich Unterstützung für einen Austragungsort im Wembley-Stadion bekundet und betonte die globale Relevanz des Events. „Eine Nachricht an die Promoter: Wir möchten, dass der Fight in London stattfindet. Sprecht mit uns, wir sind sehr daran interessiert“, sagte Khan. Er fügte hinzu, dass ein Wembley-Event bis zu 100.000 Zuschauer vor Ort und Millionen Zuschauer weltweit anziehen könnte.

Ein Fight in Wembley könnte zudem in den frühen Morgenstunden stattfinden, um das Fernsehpublikum in den USA zu maximieren, sagte Khan, der betonte, dass sein Amt solch eine Anordnung unterstützen würde.

Verwirrung und rechtliche Aspekte

Joshuas Promoter Eddie Hearn hat Furys Behauptung, der Fight sei abgesagt, zurückgewiesen und betont, dass ein rechtlich bindender Vertrag weiterhin gilt. „Wir haben einen unterschriebenen, rechtlich bindenden Vertrag, um gegen Tyson Fury zu kämpfen, und das werden wir auch tun“, sagte Hearn.

Fury kritisierte Joshua in scharfen Worten: „AJ hat wieder, wieder, wieder Angst gemacht.“ Dies verstärkt den wachsenden Streit um den geplanten Fury-Joshua-Kampf, der bereits mehrfach wegen logistischer und promotionsbedingter Streitigkeiten verschoben wurde.

Usyk arbeitet derzeit mit Joshua als Teil seines Trainerteams, was die Rivalität zwischen Fury und Joshua zusätzlich verkompliziert. Fury strebt ein Trilogy-Duell gegen Usyk an, hat aber noch keinen dritten Fight bestätigt. Die neuesten Entwicklungen haben neue Unsicherheit um das lang erwartete Joshua-Duell gebracht, wobei Fury sich nun auf einen möglichen Remis mit Usyk im November konzentriert.