GameStop hat ein nicht angefragtes Übernahmeangebot im Wert von 55,5 Mrd. Dollar (40,9 Mrd. GBP) für das E-Commerce-Unternehmen eBay gestellt, teilte der Videospielhändler am Sonntag mit, wie der BBC berichtet. Das Angebot aus Bargeld und Aktien würdigt eBay auf 125 Dollar pro Aktie, 20 Dollar mehr als der Kurs am Freitagabend an der New Yorker Börse. In einer Erklärung sagte GameStop, dass CEO Ryan Cohen das neue Unternehmen leiten werde, wobei sein Entgelt einzig an der Leistung des kombinierten Unternehmens orientiert sei. Es beinhaltet keine Gehaltssumme, keine Cash-Boni oder golden parachute, hieß es.
Finanzierung und Struktur des Deals
GameStop, dessen Börsenwert aktuell bei etwa 11,9 Mrd. Dollar liegt, hat von TD Securities einen Finanzierungsverpflichtungsschein für etwa 20 Mrd. Dollar Schulden erhalten, um den Deal zu finanzieren. Der Großteil der vorgeschlagenen Kostensenkungen würde in eBay’s Vertriebs- und Marketingbereich fallen, wo Cohen plant, die Ausgaben um 1,2 Mrd. Dollar zu senken. Zwar sei ein höherer Ausgabenbetrag in diesem Bereich bislang nicht in mehr Nutzern für das „Marktplatz mit fast universeller Markenbekanntheit“ resultiert, so GameStop. Cohen will innerhalb eines Jahres nach Abschluss des Deals zusätzliche 2 Mrd. Dollar an Kostensenkungen erzielen.
Branchenreaktionen und Ausblick
„Die Vorschläge klingen nicht nach einem ‚sehr guten Angebot‘, da eBay dadurch die Schulden von GameStop übernehmen müsste“, sagte die Handelsanalystin Sucharita Kodali von der Marktforschungsfirma Forrester, wie der BBC berichtete. Sie fügte hinzu, dass es für GameStop Sinn mache, da es durch die Verbindung mit einem größeren Unternehmen wie eBay seinen Börsenwert steigern könnte. „Die Realität ist, wir verbinden nicht unbedingt zwei starke Unternehmen“, ergänzte Kodali. Die eBay-Aktie stieg am Freitagabend um mehr als 13 Prozent im After-Hours-Handel, nachdem die Nachricht über das potenzielle Angebot bekannt wurde.
Strategische Begründung
Obwohl GameStop in den letzten Jahren viele seiner Filialen geschlossen hat, verfügt das Unternehmen immer noch über etwa 1.600 Filialen in den USA. Diese Geschäfte würden eBay ein nationales Netzwerk für seine „Live-Commerce“- und andere Geschäftsaktivitäten bieten, sagte Cohen. Cohen, der 2023 zum GameStop-Chef ernannt wurde, kritisierte bereits die langsame Digitalisierung des Unternehmens. Der BBC wurde versucht, bei eBay zu einer Stellungnahme befragt.
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