Google hat eine bedeutende Änderung der Android-Regeln zur App-Verteilung angekündigt, die es Nutzern leichter macht, Drittanbieter-App-Shops zu installieren. Das Unternehmen führt ein Programm namens „Registered App Stores“ ein, das den Prozess zur Installation von Apps außerhalb des Google Play Stores vereinfachen und langjährige Streitigkeiten mit Epic Games beheben soll. Dieser Schritt könnte das Android-App-Ökosystem grundlegend verändern, indem er Barrieren für alternative App-Shops und Entwickler verringert.

Vereinfachte Installation für alternative App-Shops

Unter dem neuen System können Drittanbieter-App-Shops, die Googles Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen, sich bei dem Unternehmen registrieren. Nach der Registrierung begegnen Nutzer bei der Installation dieser Shops außerhalb des Google Play Stores deutlich weniger Schritten und Warnungen. Diese Änderung soll Nutzern mehr Flexibilität bieten, während sie gleichzeitig eine sicherere Erfahrung gewährleistet.

App-Shops, die das Programm nicht nutzen, funktionieren weiterhin wie gewohnt als heruntergeladene Apps, wobei sich nichts an ihrem Installationsprozess ändert. Google plant, das Programm zunächst außerhalb der USA zu starten, mit einer möglichen Einführung in den USA später, abhängig von Gerichtsentscheidungen.

Rechtliche Einigung mit Epic Games

Tim Sweeney, CEO von Epic Games, begrüßte die Änderungen und teilte auf X mit, dass Google „Android vollständig öffnet und robuste Unterstützung für wettbewerbsfähige Shops, Zahlungsmethoden und bessere Bedingungen für alle Entwickler bietet“. Er fügte hinzu, dass alle Streitigkeiten zwischen Epic und Google weltweit beigelegt wurden.

Epic Games hatte Google 2020 verklagt, indem es behauptete, dass die Regeln des Play Stores den Wettbewerb bei der App-Verteilung und In-App-Zahlungen einschränkten. 2023 entschied ein Geschworenengericht für Epic, und später stimmten die Gerichte den Maßnahmen zu, die Google verpflichten, Änderungen vorzunehmen, um den Wettbewerb mit alternativen App-Shops und Zahlungssystemen zu fördern.

Änderungen bei Abrechnung und Entwicklergebühren

Zusammen mit den Änderungen bei der Installation von Apps kündigte Google Änderungen der Abrechnungsregeln des Play Stores und Entwicklergebühren an. Das Unternehmen führt ein neues Modell ein, das Abrechnungskosten von Plattformgebühren trennt. Dies soll Entwicklern mehr Flexibilität bei der Verarbeitung von Zahlungen geben, während einige Gebühren gesenkt werden.

Google wird das aktualisierte Play Store-Gebührenmodell in Phasen umsetzen, wobei die aktualisierten Entwicklerprogramme bis zum 30. September starten. Das Programm „Registered App Stores“ wird voraussichtlich mit einer großen Android-Release bis Ende des Jahres eingeführt.

Einschränkungen bei APK-Installation

Allerdings hat Google auch strengere Kontrollen um APK-Installationen auf Android eingeführt. Im August 2025 kündigte das Unternehmen an, ab September 2026 die Installation bestimmter APK-Dateien, die aus dem Internet heruntergeladen werden, einzuschränken. Diese Änderung gilt zunächst in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand, wo Nutzer keine Apps mehr installieren können, die Googles Entwicklerverifikationsanforderungen nicht erfüllen.

Entwickler, die Apps außerhalb des Play Stores verteilen, müssen sich nun über die Android Developer Console identifizieren. Dazu gehören die Übermittlung von Geschäftsidentifikationen, wie einem D-U-N-S-Nummer, und die Registrierung des App-Paketnamens. Laut Google wird diese Anforderung die Sicherheitssysteme von Android stärken.

Kritik aus der Open-Source-Gemeinschaft

Die Politik hat Kritik von einigen Organisationen in der Open-Source-Gemeinschaft ausgelöst. Im Februar 2026 forderten mehr als 40 Organisationen, darunter Proton AG, F-Droid, Nextcloud und The Tor Project, Google auf, die Regel zu überdenken. Sie warnten, dass die obligatorische Entwicklerregistrierung Googles Kontrolle über die Android-Verteilung vergrößern und Barrieren für unabhängige Entwickler schaffen könnte.

Auswirkungen auf das Android-Ökosystem

Googles Entscheidung, die Installation von Drittanbieter-App-Shops zu vereinfachen, könnte den Wettbewerb im Android-Ökosystem verändern. Obwohl Android technisch die Installation von Apps außerhalb des Play Stores erlaubt, machten Googles Warnungen, Installationshinweise und Verteilungsregeln es für Konkurrenz-App-Shops schwer, Mainstream-Nutzer zu erreichen.

Deshalb verließen die meisten Entwickler weiterhin den Play Store als primäres Verteilungskanal. Das neue Framework „Registered App Stores“ verringert diese Barrieren, indem es genehmigte Drittanbieter-Shops ermöglicht, leichter installiert zu werden und Apps direkt an Nutzer zu verteilen.

Das neue Framework zur Installation könnte die Machbarkeit von Konkurrenz-App-Märkten stärken und die Abhängigkeit der Entwickler vom Play Store verringern. Gleichzeitig müssen teilnehmende Shops Googles Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen, wodurch das Unternehmen weiterhin beeinflussen wird, welche alternativen Märkte eine reibungslose Installationserfahrung erhalten.

Zudem hat Google gleichzeitig strengere Kontrollen für andere Arten der Installation eingeführt. Das Unternehmen kündigte an, dass Apps, die außerhalb des Play Stores verteilt werden, eine Identitätsverifikation der Entwickler erfordern, einschließlich der Registrierung über die Android Developer Console. Daher wird, obwohl das neue Framework scheinbar die Verteilungsoptionen erweitert, Google weiterhin die Kontrolle über die Art und Weise, wie unabhängige Apps und Märkte auf Android betrieben werden, behalten.