Der britische Richter Matthew Nicklin hat entschieden, dass Prinz Harry und sechs weitere Personen bis 28. August 13 Millionen Pfund zahlen müssen. Die Summe liegt deutlich über den Erwartungen und markiert einen Sieg für die Journalisten der Daily Mail sowie eine Niederlage für die Kläger und deren Anwälte.

Die Kläger verloren im vergangenen Monat einen Prozess vor dem Londoner Obersten Gericht. Sie hatten unter anderem vorgeworfen, dass Associated Newspapers illegal Handys abgehört habe. Weitere prominente Personen hinter der Klage waren Doreen Lawrence, eine Antirassismus-Aktivistin; David Furnish, der Filmproduzent von Elton John; die Schauspielerin Sadie Frost, die Schauspielerin Liz Hurley und der Politiker Simon Hughes. Lawrence’s Kosten werden von den anderen übernommen.

Kontext der Klage und Rechtsentscheidung

Nicklin betonte in seiner Entscheidung, dass mehrere Aspekte eine Rolle spielten. Dazu gehörten die spekulativen Natur der Klage sowie das Fehlen eines freiwilligen Rücktritts der Kläger, obwohl ihre Vorwürfe nicht mehr haltbar waren. „Das Verhalten war in hohem Maße unangemessen“, sagte er.

Die Kläger könnten zudem noch 25 Millionen Pfund zahlen müssen. Der Verlag gab an, dass er im Prozess mehr als 34 Millionen Pfund ausgab. Sollte er weitere Kosten von den Klägern einfordern und die nötige Rechtszulassung erhalten, müssten Harry und die sechs anderen Personen weitere 25 Millionen Pfund zahlen. Etwa die Hälfte dieser Summe ist durch Versicherungen abgedeckt, wie es von Anfang an von den Anwälten von Associated Newspapers geschätzt wurde.

Rechtsstreit und weitere Entwicklungen

Das Team von Prinz Harry stand in der Gerichtsverhandlung unter zusätzlicher Beobachtung. Ein Privatdetektiv, Gavin Burrows, gab an, eine Rechtsandrohung von Harrys Rechercheur Graham Johnson erhalten zu haben. Johnson war zuvor Journalist und wurde wegen Handymitschnitts verurteilt. Burrows stellte eine Aufnahme eines Sprachnachrichts bereit. Ein weiterer Rechercheur, Dan Waddell, bestreit, dass die Stimme auf der Aufnahme tatsächlich Johnsons sei.

Antony White KC, der für ANL argumentierte, gab an, dass es „keine Diskussion“ über die Bedeutung der Beweise gebe und dass diese wie geplant vorgelegt werden sollten. Burrows, der sich weigerte, seine genaue Position preiszugeben, wurde von David Sherborne, der Harry vertritt, beschuldigt, das Gericht „als Geisel“ zu nehmen. Sherborne fügte hinzu, dass Burrows’ Angst um seine Sicherheit „völlig unbegründet“ sei.

Weitere Rechtskontexte

Prinz Harry hat seit 2019 mehrere Klagen gegen britische Boulevardzeitungen eingereicht, darunter Associated Newspapers Limited (ANL), News Group Newspapers (NGN) und Mirror Group Newspapers (MGN). 2023 sprach das Gericht Harry im Fall gegen MGN Recht zu und verlangte 146.000 Pfund Schadensersatz (etwa 230 Millionen Won). Harry erzielte später eine Einigung mit MGN und zog die restlichen Klagen zurück. 2022 gab NGN zudem zu, Harrys Privatsphäre verletzt zu haben, entschuldigte sich und zahlte eine Einigung, um den Streit zu beenden.

Meghan Markle stand ebenfalls unter Beobachtung. Sie gab zu, dass ihr Anwalt, Justin Rushbrook, zuvor eine Zusammenarbeit mit den Autoren des Buches „Finding Freedom“ abgestritten hatte. Ein 23-seitiger Bericht enthüllte jedoch neue Details über ihre Beteiligung an dem Buch. Ihre neuen Erinnerungen folgten nachdem Knauf E-Mails an Rechtsanwälte weiterreichte, die sich gegen ihre Privatsphäre-Klage gegen den Vater Thomas einsetzten.