Milia, auch als ‘Milchflecken’ bekannt, sind kleine, feste, weiße Zysten, die sich direkt unter der Haut bilden. Sie finden sich häufig um die Augen und Wangen und ähneln Whiteheads, unterscheiden sich aber in Ursache und Behandlung. Im Gegensatz zu typischer Akne, die durch Drücken oder über-the-counter-Produkte behandelt werden kann, bestehen Milia aus eingeschlossenen Keratinpartikeln und nicht aus Öl. Sie reagieren weder auf Drücken noch auf trocknende Cremes.

Was verursacht Milia?

Laut Dermatologin Dr. Nora Jaafar entstehen Milia, wenn tote Hautzellen unter der Hautschicht eingeschlossen werden, meist aufgrund gestörter Zellregeneration. Häufige Auslöser sind dicke Augencremes, occlusive Produkte, Sonnenschäden und bestimmte Hautbehandlungen. Diese Faktoren können den natürlichen Abblätterungsprozess der Haut verlangsamen und zu Milia führen.

Obwohl Milia in jedem Alter auftreten können, ist die reife Haut besonders anfällig, da die natürliche Zellregeneration langsamer abläuft. Jeder, der übermäßige Pflegeprodukte oder reichhaltige Nachtpflege verwendet, kann ebenfalls ein Risiko tragen. Der empfindliche Augenbereich ist besonders anfällig für dicke Produkte, und das Auftragen von schweren Balsamen oder zu vielen Schichten kann zur Entstehung von Milia führen.

Behandlung und Prävention

Das Versuchen, Milia zu Hause zu drücken, wird nicht empfohlen, da dies Rötungen, gebrochene Kapillaren oder postinflammatorische Pigmentierung verursachen kann. Dr. Jaafar betont, dass echte Milia nicht sicher zu Hause entfernt werden können, insbesondere um die Augen. Stattdessen sollten beständige Milia von einem Fachmann in einer Klinik entfernt werden. Ein Praktiker verwendet eine sterile Nadel oder ein Messer, um ein kleines Loch zu schaffen und die Keratin-Plugs vorsichtig zu entfernen, wodurch bei korrekter Durchführung kaum Spuren zurückbleiben.

Bei der Prävention von Milia liegt der Fokus auf einer ausgewogenen Pflege. Retinoide können die Zellregeneration regulieren und das Risiko für neue Milia verringern. Leichte AHA-Säuren wie Salicylsäure oder Glykolinsäure können den Abblätterungsprozess unterstützen. Dr. Jaafar empfiehlt, diese Produkte mehrmals pro Woche zu verwenden und für Menschen, die besonders anfällig für Milia sind, eine leichte Toneroutine einzubeziehen.

Allerdings kann übermäßiges Peelen die Hautbarriere schädigen und zu Empfindlichkeit und weiteren Problemen führen. Es ist entscheidend, ein Gleichgewicht in der Hautpflege zu finden, um die Haut nicht zu überfordern.

Sonnenschutz und Pflegeanpassungen

Der tägliche Sonnenschutz ist ein entscheidender Bestandteil der Prävention von Milia. UV-Schäden können den natürlichen Abblätterungsprozess der Haut beeinträchtigen und das Risiko für eingeschlossenes Keratin erhöhen. Wer Milia häufig hat, sollte seine Verwendung von Augencremes überdenken. Dicke, occlusive Formulierungen können zwar nährend wirken, können aber bei einigen Menschen zu Verstopfung führen. Leichtere, gelbasierte oder serumartige Formulierungen sind oft besser verträglich.

Dr. Jaafar weist darauf hin, dass die aktuelle Mode der ‘Slugging’-Methode, bei der extrem reiche Nachtpflege verwendet wird, nicht für alle geeignet ist. Bei wiederkehrenden Milia kann die Vereinfachung der Pflege, einschließlich einer sanften Reinigung, einer leichten Feuchtigkeitscreme, einer gezielten Behandlung und SPF, hilfreich sein. Aktive Inhaltsstoffe sollten schrittweise eingeführt werden, und die Reaktion der Haut sollte sorgfältig beobachtet werden.

Hydration bleibt wichtig, muss aber nicht mit schweren Produkten erfolgen. Gesunde Haut bedeutet, das zu tun, was die Haut tatsächlich benötigt, anstatt übermäßige Behandlungen anzuwenden. Durch den Fokus auf Prävention und die Aufrechterhaltung einer ausgewogenen Pflege können Einzelpersonen das Risiko, Milia zu entwickeln, verringern und gesündere Haut erzielen.