Indiens Sektor der verwalteten Investments steht vor starkem Wachstum. Ein Crisil-Bericht vom Februar 2026 prognostiziert bis März 2030 Assets von 455 Billionen Rupien. Das entspricht einem Anstieg um den Faktor 2,1 gegenüber 212 Billionen Rupien im März 2025.

Die Assets machen bereits 64 Prozent des indischen BIP aus. Bis 2030 steigen sie auf 73 Prozent, teilt Crisil im Bericht The Ascent of Alternatives mit. Alternativ-Investment-Fonds (AIFs) treiben das Wachstum an. Verpflichtungen an AIFs stiegen von 3,70 Billionen Rupien im März 2020 auf 13,49 Billionen Rupien im März 2025. Das ergibt eine jährliche Wachstumsrate von 30 Prozent, die höchste unter allen Fondsarten.

Im Dezember 2025 operieren über 1700 AIFs. Fast zwei Drittel starteten nach April 2021. Die Performance übertrifft Börsenindizes. Nach der PME+-Methode erzielten Early-Stage-Equity-AIFs 22,0 Prozent internen Rendite. Der BSE Sensex TRI lag bei 13,7 Prozent. Growth- und Late-Stage-Equity-Fonds brachten 17,0 Prozent gegenüber 14,3 Prozent des Benchmarks.

Debt-AIFs schnitten noch besser ab mit 14,5 Prozent gegenüber 6,8 Prozent des Crisil Composite Bond Index. Immobilienfonds lieferten 8,9 Prozent gegen 7,3 Prozent des Bond-Index. 70 Prozent der Debt-Fonds zahlten das investierte Kapital in durchschnittlich 4,9 Jahren vollständig zurück. Nur 22 Prozent der Early-Stage-Equity-Fonds schafften das in 7,7 Jahren. Immobilienfonds übertrafen die meisten Equity-Fonds.

Makroökonomische Stabilität stützt den Boom. Das Pro-Kopf-Einkommen steigt stetig. Haushaltssparen fließen schneller in Finanzanlagen. Die Bruttosparquote erreichte 2024 30 Prozent des BIP, über dem globalen Durchschnitt von 26 Prozent. Die Finanzialisierung beschleunigt sich. Mutual Funds und Aktien entfielen 2025 auf 15 Prozent der jährlichen Haushaltssparen, gegenüber 4 Prozent 2020.

Verwaltete Fonds überholen Sparkonten. Im März 2025 entsprachen ihre Assets 106 Prozent der ausstehenden Einlagen. Neben AIFs verdreifachten sich REITs und InvITs auf 7,78 Billionen Rupien von März 2020 bis März 2025. Versicherer, Pensionsfonds und Privatanleger suchen Rendite. Crisil erwartet Fortsetzung des Trends bei Monetarisierung operativer Assets.

Herausforderungen bestehen. Regulatorische Obergrenzen, Liquiditätsrisiken und Asset-Liability-Mismatches bremsen Institutionen. Crisil fordert Produktumgestaltung. ‘Der Weg nach vorn zielt auf Produktgestaltung passend zu institutionellen Bedürfnissen, bessere Liquidität und Exit-Optionen sowie höhere Transparenz durch robuste Offenlegungen und vergleichbare Bewertungen ab’, heißt es im Bericht.

Konkrete Maßnahmen umfassen Sekundärmarkt-Transfers für AIFs. Tiefere Börsenliquidität für REITs und InvITs. Klarere Steuerregeln und Abgrenzungen nach Fondsarten. Dann könnten Alternativen Portfolios von Vermögenden und Institutionen stützen. Indiens Kapitalmärkte würden vertiefen. Der Shift von Sach- zu professionellem Vermögensmanagement würde sich festigen.