38 indische Schiffe, die Rohöl und Flüssiggas (LNG) transportieren und fast 1.100 Seefahrer an Bord haben, sind aufgrund der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten im Golf von Persien festgefahren. Laut Schiffsbehörden wurden drei indische Seeleute bei Angriffen in der Nähe eines omanischen Hafens getötet und ein weiterer verletzt.

Auswirkungen auf den Handel und Schifffahrtsrouten

Der Golf von Persien ist ein zentraler Knotenpunkt für den globalen Handel, und die aktuelle Störung hat bereits erhebliche Auswirkungen verursacht. Etwa 23.000 indische Seefahrer arbeiten derzeit in der betroffenen Region, und ihre Sicherheit ist eine Priorität für die indische Regierung. Indien ist der drittgrößte Lieferant von Seefahrern der Welt, hinter den Philippinen und China.

Laut dem Schiffsminister Sarbananda Sonowal fand am Dienstag eine Besprechung statt, um die Situation zu bewerten und die Sicherheit und das Wohlbefinden der indischen Seefahrer sicherzustellen. Der Minister betonte auch die Notwendigkeit, Indiens maritime Vermögenswerte während der Krise zu sichern.

Behörden bestätigten, dass 24 indische Schiffe westlich des Hormus-Straits festgefahren sind, während weitere 14 östlich des Straits stecken. Es wurden vier Vorfälle mit indischen Seefahrern gemeldet, bei denen drei Tote und eine Verletzung zu beklagen sind. Alle betroffenen Seeleute waren an Bord von Schiffen mit fremdem Flaggenstatus.

Störung globaler Schifffahrtsrouten

Der Konflikt hat kritische Schifffahrtsrouten durch den Hormus-Straits gestört und veranlasst mehrere Containerschifffahrtslinien, ihre Dienste nach Westasien einzustellen. Einige Schiffe vermeiden nun den Umweg über den Kap der Guten Hoffnung, was Transitzeiten, Kosten und Verkehrschaos an indischen Häfen erhöht.

Sunil Vaswani, Executive Director der Container Shipping Lines Association (Indien), sagte, dass viele Schifffahrtslinien aus Sicherheitsgründen ihre Dienste nach Westasien eingestellt haben. Allerdings laufen Langstreckenhandelsverkehr in Richtung USA, Europa und Mittelmeerhäfen weiter. „Die Dienste zu langen Zielen werden weiterlaufen. Die, die über den Suezkanal fahren, haben sich über den Kap der Guten Hoffnung umgeleitet. Die Transitzeit wird länger, aber sicherer“, sagte Vaswani.

Vaswani betonte auch die unmittelbare Sorge um den Anstieg der Fracht an indischen Häfen. „Container kommen weiter an, was zu Stauungen führt. Die Häfen arbeiten mit uns zusammen“, sagte er. Behörden bestätigten, dass derzeit etwa 1.000 Container feststecken und mit Schifffahrtsunternehmen zusammenarbeiten, um den zeitnahen Ladungsbetrieb sicherzustellen.

Eine Schifffahrtsunternehmensvertreter sagte, dass Schiffe, die in den Golf fahren, in Fujairah, Sohar oder Khor Fakkan abgebrochen werden, von wo aus die Fracht transportiert wird. Der Abstand von Sohar nach Dubai beträgt beispielsweise etwa 170 Kilometer.

Herausforderungen für indische Exporteure

Die Krise hat auch indische Exporteure beeinträchtigt, die auf Verzögerungen im Versand stoßen. Exporteur-Supplier Sanjay Pansare sagte, dass etwa 150 Container mit Bananen, Granaten, Wassermelonen und Zwiebeln aufgrund der Störung feststecken.

Die Situation hat Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen auf den indischen Handel und den globalen Lieferketten ausgelöst. Mit dem Golf von Persien als Schlüsselarterie für Ölexporte und -lieferungen könnte eine verlängerte Störung weitreichende Folgen haben.

Die indische Regierung beobachtet die Situation eng und hat Beamte angewiesen, notwendige Schritte zu unternehmen, um die Sicherheit indischer Seefahrer und die Sicherheit maritimer Vermögenswerte sicherzustellen. Behörden bestätigten, dass es keine bestätigten Fälle von Verletzten, Gefangennahmen oder Angriffen auf indische Schiffe gab.

Die DG Shipping erklärte, dass seit Beginn des Konflikts mindestens fünf Tanker beschädigt wurden und 150 Schiffe um den Straßengürtel feststecken. Das Ministerium arbeitet eng mit Schiffsbehörden und internationalen Partnern zusammen, um die Auswirkungen der Krise auf indische maritime Operationen zu mildern.