FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht sich für die Erweiterung der WM auf 64 Mannschaften bis 2030 aus. Er betont Inklusivität und den weltweiten Wachstum des Fußballs. „Beim Organisieren einer WM ist es wichtig, sie für die ganze Welt zu organisieren, nicht nur für Europa und Südamerika, sondern effektiv für die gesamte Welt“, sagte Infantino, wie BBC meldet. Er fügte hinzu: „Jedes Land sollte träumen dürfen, an der WM teilzunehmen.“

Vorschlag zur Erweiterung und Reaktionen

Der Vorschlag für eine WM mit 64 Mannschaften wurde im April 2025 von der südamerikanischen Kontrollbehörde Conmebol offiziell vorgestellt, doch bislang ist keine endgültige Entscheidung gefallen. Die WM 2030 wird von Spanien, Portugal und Marokko gemeinsam ausgerichtet, wobei die drei Eröffnungsspiele in Argentinien, Uruguay und Paraguay stattfinden, um das hundertjährige Jubiläum des Wettbewerbs zu feiern, wie BBC berichtet. Uruguay führte 1930 die erste WM durch.

Nicht alle Fußballführer teilen Infantinos Vision. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin bezeichnete den Vorschlag für 64 Mannschaften als „schlechte Idee“ für den Wettbewerb und das Qualifikationssystem, wie BBC meldet. Ebenso warnte der Präsident der Asian Football Confederation (AFC), Sheikh Salman bin Ibrahim Al Khalifa, dass eine weitere Erweiterung „Chaos“ bringen würde.

Qualifikationsprozess und Verteilung

Laut The Independent erfordert ein Format mit 64 Mannschaften umfassende Reformen im Qualifikationsprozess. Zusätzliche Plätze müssen unter den Kontinenten verteilt werden. Bei der WM 2026 profitierten der Confederation of African Football (CAF), die Asian Football Confederation (AFC) und Concacaf (für Nord- und Mittelamerika sowie Karibik) am stärksten von der Erweiterung auf 48 Mannschaften.

Europäische Teams, vertreten durch die UEFA, erhielten nur drei zusätzliche Plätze, was einem Anstieg von 23 % entsprach, den einige Länder als unzureichend empfanden. Für eine WM mit 64 Mannschaften sagte Infantino, dass Europa, das derzeit am stärksten vertreten ist, wahrscheinlich mehr Plätze erhalten würde, möglicherweise mindestens 20. Die Ozeanien-Fußballföderation könnte ebenfalls einen weiteren automatischen Platz gewinnen, obwohl Neuseeland das einzige Team in der Region ist, das in der weltweiten Top 100 rangiert.

Herausforderungen und Chancen

Infantino betonte, dass das Format mit 48 Mannschaften „einen riesigen Erfolg“ sei, und verwies dabei auf die Leistungen afrikanischer Teams. Bei der letzten WM erreichten nur fünf afrikanische Teams das Ausscheidungsstadium, doch bei der WM 2026 kamen zehn Teams ins Finale, davon neun. „Das zeigt nur, wie wichtig es ist, alle Teams einzubeziehen – ihnen diese Chance zu geben“, sagte er, wie BBC meldet.

Die Erweiterung auf 64 Mannschaften würde bedeuten, dass sich die Zahl der teilnehmenden Nationen in nur zwei Auflagen und acht Jahren verdoppelt, wie The Independent berichtet. Vor 2026 blieb die WM seit 1998 bei 32 Mannschaften. Die Erhöhung der Teilnehmerzahl könnte Chancen für kleinere Nationen wie Küracao, Usbekistan und Jordanien schaffen, wie The Independent meldet.