MILANO CORTINA, Italien — Johnny Gaudreaus Trikot mit der Nummer 13 wurde von Team USA-Mitgliedern auf Stöcken um den Eislauf getragen. Spielerinnen machten eine ernste Runde um das Eis, während das Publikum schweigend den Mann ehrt, den sie „Johnny Hockey“ nannten. Dieser Moment markierte den 3:1-Sieg der US-amerikanischen Eishockeymannschaft gegen Kanada im Olympischen Finale am Samstag.
Gaudreau, ein dynamischer Stürmer, der für seine faszinierende Geschwindigkeit und Fähigkeiten bekannt war, war seit 2013 ein fester Bestandteil der US-amerikanischen Mannschaften. Er begann mit der US-amerikanischen Jugendnationalmannschaft und spielte später auf internationaler Ebene. Bei der IIHF-Weltmeisterschaft 2024 erzielte er drei Tore und assistierte acht Mal, wodurch er die Amerikaner tief in das Turnier brachte.
Diese Leistung endete abrupt letztes Jahr. Am 29. August 2024, Gaudreau, 31, und sein Bruder Matthew, 29, wurden von einem verdächtig betrunkenen Fahrer angefahren und tödlich verletzt, als sie in der Nähe ihres Zuhauses in New Jersey Fahrrad fuhren. Jacob D. McDonell steht vor Anklagen wegen fahrlässiger Tötung und Führerscheinverstoßes, was die NHL und die gesamte Eishockeywelt schockierte.
Gaudreaus Abwesenheit war dieses Jahr über Team USA spürbar. Der Calgary Flames-Stürmer hatte sich nach Olympiasieg sehnte, nachdem er die USA bei mehreren Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2014 vertreten hatte. Teamkolleginnen trugen während des Turniers Erinnerungs-Patches, doch die Trikot-Runde war die emotionalste Hommage.
„Johnny sollte hier bei uns sein“, sagte Stürmerin Kendall Coyne Schofield nach der Medaillenverleihung, während ihre Stimme brach. „Dieser Sieg gilt ihm.“ Kapitänin Abbey Murphy bestätigte diese Aussage und fügte hinzu, dass Gaudreaus Geist den Rückstand von 1:0 im dritten Drittel überwunden habe.
Die US-amerikanische Mannschaft dominierte das Turnier mit einem Ergebnis von 6:0:0 und erzielte gegen ihre Kontrahenten 32:6 Tore. Tore von Murphy, Chloe Primerano und Laila Edwards sicherten den Sieg. Die Feier begann sofort nach dem Endpfiff, doch die Spielerinnen hielten kurz inne, um Gaudreau zu ehren.
Eishockey-Verantwortliche lobten die Geste. Pat Kelleher, Chef der USA Hockey, nannte sie „eine angemessene Art, einen unserer besten zu ehren“. Gary Bettman, Präsident der NHL, gratulierte der Mannschaft und betonte Gaudreaus bleibenden Einfluss.
Zu Gaudreaus Karriere zählen zwei Lady Byng-Trophäen für Sportlichkeit und die Calder Memorial Trophy als bester Rookie der NHL 2012. Er erzielte in elf NHL-Saison 399 Tore und 743 Punkte, hauptsächlich bei den Flames, bevor er zu Columbus wechselte. Außerhalb des Eis war er ein engagierter Familienmensch, der oft mit seinem Bruder Fahrrad fuhr.
Die Tragödie löste weite Trauer aus. Tausende nahmen an Gedenkveranstaltungen in Calgary und Philadelphia teil. NHL-Spieler wie Sidney Crosby und Auston Matthews teilten Geschichten über Gaudreaus ansteckende Leidenschaft für das Spiel.
Der Olympiasieg markierte den ersten seit 2018 für Team USA. Der Sieg revanchierte sich für den enttäuschenden Bronzesieg 2022 und festigte den Status der Mannschaft als Weltklasse. Doch Gaudreaus Schatten gab dem Sieg Tiefe und erinnerte Spielerinnen und Fans an die enge Verbundenheit im Eishockey.
Als Konfetti fiel und Medaillen glänzten, blieb die Trikot-Runde in Erinnerung. Sie verwandelte eine nationale Feier in eine persönliche, sicherstellend, dass Johnny Gaudreau mit seinem Land einen letzten Siegslauf absolvierte.
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