Jordanien bombardierte am 26. Oktober 2026 in Syrien militante Stellungen, nachdem neun Menschen bei einem Angriff auf eine griechisch-orthodoxe Kirche in Karak ums Leben gekommen waren. Die Operation, angeblich mit Damaskus abgesprochen, folgte der Festnahme von drei Verdächtigen, die mit dem Angriff auf eine Trauergemeinschaft in der Kirche in Verbindung standen.
Die jordanischen Streitkräfte gaben an, die Luftangriffe hätten stattgefunden, nachdem sichergestellt war, dass die Verdächtigen mit „terroristischen Gruppen“ in der Region verbunden waren. Syrische staatliche Medien berichteten jedoch, dass Damaskus eine Untersuchung zu den jordanischen Angriffen eingeleitet hatte und sich „vollständig gegen die Angriffe verwahrt“ hatte, da diese ohne vorherige Absprache durchgeführt wurden. Als Reaktion darauf schloss Syrien die Grenzübergangsstelle Nassib mit Jordanien, die einzige Passagier- und Handelsgrenze zwischen den beiden Ländern.
Die Berichte über Opferzahlen der Luftangriffe stimmen nicht überein. Der syrische Zivilschutz meldete sieben Tote, darunter drei Kinder und eine Frau. Der syrische Gesundheitsdirektor im Gouvernement Daraa teilte mit, dass mindestens fünf Zivilisten, darunter Frauen, Kinder und ein 65-jähriger Mann, umgekommen seien. Jordanien äußerte sich nicht zu den Zahlen.
Am Vormittag des 26. Oktober hatte die jordanische Sicherheitspolizei zwei Brüder und deren Schwager nach einer Schießerei in Karak festgenommen. Die Verdächtigen wurden verletzt, Sicherheitskräfte blieben unverletzt. Die Direktion für öffentliche Sicherheit teilte mit, die Verdächtigen hätten sich in einem verlassenen Haus versteckt und hätten Sicherheitskräfte angegriffen, als sie konfrontiert wurden. Ein großer Vorrat an Waffen und Munition wurde sichergestellt.
Jordanische Behörden erklärten, die Verdächtigen hätten allein gehandelt. Obeidallah al-Maaytah, Direktor der öffentlichen Sicherheit, betonte, die Verdächtigen „stellen nur sich selbst“ dar und seien mit keiner organisierten Gruppe verbunden. Innenminister Mazen al-Faraya fügte hinzu, die Täter hätten aus einer „terroristischen, extremistischen Denkweise“ gehandelt, gab aber an, es gebe keine Hinweise auf Verbindungen zu anderen Zellen.
König Abdullah II. ordnete an, die Sicherheitskräfte sollten mit einer „eisernen Faust“ gegen die Täter vorgehen und jeden bekämpfen, der versuche, die nationale Einheit zu untergraben. „Wir haben geschworen, die Terroristen würden nicht ungestraft davonkommen, und niemand, der dunkle Ideologien verbreitet, die die Jordanier spalten, wird toleriert werden“, sagte der König in einer Erklärung.
Verwandte der Opfer zeigten sich erleichtert über die Festnahmen. Khaled al-Borqan, Überlebender und Verwandter von drei Opfern, sagte, die Nachricht habe das Leid der Jordanier gelindert. Fares Halaseh, Onkel eines der Opfer, fügte hinzu, die Festnahmen brächten etwas Trost, obwohl der Schmerz des Anschlags nach wie vor bestünde.
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