Die Zentralen Ermittlungsbeamten der Polizei in Bengaluru haben den RTI-Aktivisten Snehamayi Krishna am Freitagabend festgenommen. Laut Polizei verbreitete er ein gefälschtes Audioband und manipulierte Online-Inhalte, um den Ruf des Karnataka-Verwaltungsdieners DB Natesh zu schädigen. Natesh war zuvor Kommissar der Mysore Urban Development Authority (MUDA). Er erstattete am 18. Februar Anzeige.
Beamte durchsuchten Krishnas Haus in Gundu Rao Nagar in Mysuru. Sie stellten Dokumente und elektronische Geräte sicher, die mit den umstrittenen Posts in Verbindung stehen. Die Polizei brachte Krishna nach Bengaluru zur Vernehmung. Sein Sohn erklärte, die Behörden hätten ihn nicht über die Festnahme informiert. CCB-Vertreter betonten, sie hätten alle gesetzlichen Vorgänge eingehalten.
Krishna erregte kürzlich Aufmerksamkeit durch Aktivismus zu angeblichen MUDA-Unregelmäßigkeiten. Zusammen mit zwei anderen reichte er beim Gouverneur Thaawarchand Gehlot einen Antrag ein. Darin forderten sie die Anklage gegen Ministerpräsident Siddaramaiah wegen unzulässiger Landzuweisungen durch die Behörde. Krishna wandte sich auch ans Karnataka High Court gegen verwandte Verwaltungsentscheidungen.
Der Streit eskalierte, nachdem die Landesregierung Natesh zum CEO des Karnataka State Khadi and Village Industries Board ernannte. Krishna postete öffentlich Vorwürfe, Bestechung habe die Stelle gesichert. Er warf Natesh Zahlungen an hohe Beamte vor, darunter Chief Secretary Shalini Rajneesh. Offizielle Bestätigungen zu den Korruptionsvorwürfen gibt es nicht.
Die Ermittler prüfen den Fall weiter. Digitalforensiker analysieren die beschlagnahmten Geräte, um zu klären, ob das Audioband und andere Inhalte gefälscht sind, teilten Polizeisprecher am Samstag mit.
Die Festnahme löst in Karnatakas Politik Debatte aus. Oppositionsführer und Aktivistengruppen fragen, ob sie die freie Meinungsäußerung behindert. Befürworter der Maßnahme fordern Verantwortung für die Verbreitung unüberprüfter Inhalte, die Beamte schädigen.
MUDA steht seit Monaten wegen Grundstückszuweisungen in der Kritik, insbesondere zugunsten einflussreicher Personen. Krishna sah sich als zentraler Pfeifer. Er nutzte Informationsfreiheitsanfragen und soziale Medien, um Korruption aufzudecken. Seine Festnahme lenkt den Fokus nun auf seine Methoden.
Nateshs kürzliche Beförderung löste neue Vorwürfe von Krishna aus. Er teilte das angebliche Audioband online und behauptete, es belege Gespräche über illegale Zahlungen. Die Polizei sieht darin zentrales Beweismaterial gegen ihn.
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass indische Gesetze zu Verleumdung und digitalen Beweisen strenger geworden sind. Fälle mit manipulierten Inhalten hängen oft von Forensik ab, die Wochen dauern kann. Krishna bleibt vorerst in Haft.
Reaktionen kamen rasch. Congress-nahe Kreise verteidigen die Polizei als Schlag gegen Desinformation. BJP-Sprecher nennen es Rache an einem Regierungskritiker. Zivilgesellschaftliche Stimmen fordern Schutz für Pfeifer, ohne Fälschungen zu dulden.
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