Keiko Fujimori, Tochter des umstrittenen ehemaligen peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori, ist zur Siegerin der Präsidentschaftswahl in Peru erklärt worden. Laut offiziellen Zählungen vom Freitag erhielt Fujimori 9.223.000 Stimmen gegenüber 9.173.000 für ihren linken Gegenkandidaten Roberto Sánchez. Der letzte Stimmabstand bestätigte einen äußerst engen Sieg: 50,14 % für Fujimori und 49,86 % für Sánchez, wie Todo Alicante meldete.

Politische Erbschaft und Wahlprobleme

Fujimoris Sieg markiert einen Rückkehr zur Präsidentschaft für eine Familie, die seit langem mit der peruanischen Politik verbunden ist. Ihr Vater, Alberto Fujimori, regierte von 1990 bis 2000, bevor er wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen ins Gefängnis kam. Trotz eigener Rechtsprobleme, darunter fast zwei Jahre Haft vor Gericht wegen angeblicher Korruption zwischen 2018 und 2022, hat Fujimori eine starke politische Basis bewahrt, insbesondere in städtischen Gebieten und unter Wählerinnen und Wählern im Ausland, wie CNBC berichtete.

Der Wahlprozess war jedoch von Verzögerungen und Streitigkeiten geprägt. Die endgültige Stimmabrechnung dauerte über drei Wochen, und Sánchez, der starken Unterstützung aus ländlichen und indigenen Gemeinschaften genießt, machte Unregelmäßigkeiten und Betrug geltend. Sánchez, der als politischer Erbe des verstorbenen linken Präsidenten Pedro Castillo gilt, hat keine Beweise für seine Anschuldigungen vorgelegt, kritisierte jedoch Änderungen in den Wahlverfahren, die die Voraussetzungen für die Digitalisierung von Stimmen im Ausland lockerten, wie Al Jazeera meldete.

Polarisation und regionale Trends

Fujimoris Sieg folgt einem Muster politischer Instabilität in Peru, das in den vergangenen zehn Jahren mehrere Amtsenthebungen erlebt hat. Wenn sie am 28. Juli die Macht übernimmt, wird sie der zehnte Präsident seit 2016 sein und den amtierenden Präsidenten José Balcazar absetzen, der im Februar nach einer Reihe von Amtsenthebungen wegen Korruptionsvorwürfen ins Amt gekommen war. Fujimoris Sieg spiegelt auch einen breiteren rechten Trend in Lateinamerika wider, wobei Führer wie Argentiniens Javier Milei und Salvadors Nayib Bukele ihr ihre Glückwünsche übermittelt haben, wie CNBC berichtete.

Auch der US-Botschafter Marco Rubio gratulierte Fujimori und erklärte, die Trump-Administration freue sich auf eine Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit, Investitionen und Handel. Sánchez hingegen hat das Ergebnis noch nicht akzeptiert und klagte beim Interamerikanischen Menschenrechtskommission ein, wie CNBC meldete.

Zukünftige Regierung und öffentliche Erwartungen

Nach ihrem Sieg versprach Fujimori, sich für Einheit und Dialog einzusetzen. Auf Social Media schrieb sie, dass „jeder Tag dieses Übergangsprozesses eine Gelegenheit ist, zuzuhören, Dialog zu suchen und gut vorbereitet in die neue Regierung zu starten.“ Sie versprach, gegen Kriminalität vorzugehen und die wirtschaftliche Lage des Landes zu stabilisieren, eine Plattform, die bei vielen städtischen Wählern und peruanischen Auslandsbürgern Anklang fand, wie Al Jazeera berichtete.

Fujimori wird die erste Frau sein, die Peru regiert. Zuvor war sie kurzzeitig First Lady während der schwierigen Scheidung ihrer Eltern. Ihre Regierung wird mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, darunter politische Polarisation und weiterhin offene Fragen zur Legitimität ihres Sieges. Wahlbeobachter konnten bislang keine Beweise für Betrug oder Unregelmäßigkeiten finden, wie Al Jazeera meldete.