Kohls (K) Aktien verfielen am Dienstag in den frühen Handelsstunden nahe an ein Siebenmonats-Tief, nachdem die jüngsten Quartalszahlen weiterhin auf sinkende Umsätze hindeuteten. Die Kaufhauskette, die seit Jahren unter veränderten Verbraucherpräferenzen und Konkurrenz durch E-Commerce-Riesen leidet, meldete zwar einen mehr als verdoppelten Gewinn im vierten Quartal, doch die Umsätze blieben schwach. Dies deutet darauf hin, dass die Umstrukturierungsmaßnahmen des ehemaligen CEOs noch keine gewünschten Ergebnisse gebracht haben.

Umsätze bleiben schwach, Gewinne steigen

Trotz eines 23-prozentigen Anstiegs des Nettoerlöses im Vergleich zum Vorjahresquartal meldete Kohls einen Rückgang der Umsätze um 3,7 Prozent im vierten Quartal, das Ende Januar endete. Es handelt sich um das 13. aufeinanderfolgende Quartal mit sinkenden Umsätzen, was sich nicht durch umfassende Umstrukturierungsmaßnahmen abwenden ließ. Der aktuelle CEO Michael Bender, der im April 2023 das Amt übernahm, gestand in einer Erklärung zu, dass zwar „bedeutender Fortschritt“ erzielt wurde, die Umsätze aber „schwächer als erwartet“ seien.

Kohls versucht seit dem Ausscheiden des ehemaligen CEOs James A. Kennedy, der im September 2023 nach weniger als vier Monaten im Amt entlassen wurde, seine Geschäftsmodelle zu stabilisieren. Kennedy hatte eine Reihe von Kostenkürzungen und Geschäftsortschließungen umgesetzt, doch diese Maßnahmen schienen sich nicht in einer Verbesserung der Umsätze zu widerspiegeln.

Kampf um die Anpassung an den sich verändernden Einzelhandel

Kohls ist seit langem Opfer der Einzelhandelsveränderungen geworden, die durch den Aufstieg des E-Commerce und veränderte Verbraucherpräferenzen verursacht wurden. Die Firma schließt seit Jahren immer mehr Filialen, über 100 Standorte wurden seit 2020 geschlossen. Allerdings reichten diese Schließungen nicht aus, um den Trend der Umsatzeinbußen umzukehren.

Laut dem jüngsten Geschäftsbericht des Unternehmens beliefen sich die Gesamtumsätze des vierten Quartals auf 3,5 Milliarden Dollar, was einem Rückgang gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 3,64 Milliarden Dollar entspricht. Der Rückgang wurde sowohl auf geringere Kundenströme als auch auf einen Wechsel der Ausgaben der Verbraucher hin zu Online-Händlern wie Amazon und Walmart zurückgeführt.

„Der Einzelhandelsmarkt verändert sich weiterhin schnell, und wir konzentrieren uns darauf, uns an diese Veränderungen anzupassen“, sagte Bender in einer Erklärung. „Obwohl wir Fortschritte machen, ist der Erholungsprozess langsamer, als wir hofften.“

Analysten beobachten Kohls genau, während das Unternehmen sich in einer schwierigen Umgebung bewegt. Laut einem aktuellen Bericht von Bloomberg unterperformt das Unternehmen gegenüber seinen Konkurrenten im Einzelhandel, wobei die Aktien seit Anfang des Jahres um fast 20 Prozent abgesackt sind. Der Bericht erwähnt auch, dass Kohls voraussichtlich weiterhin unterperformende Filialen schließen und in digitale Fähigkeiten investieren wird, um besser mit Online-Händlern konkurrieren zu können.

Was kommt als nächstes für Kohls?

Auf die nächsten Monate hin blickt Kohls auf eine entscheidende Phase, in der es neue Strategien umsetzen wird, um den Umsatzeinbruch umzukehren. Das Unternehmen hat geplant, seine Omnichannel-Fähigkeiten auszubauen, einschließlich einer Initiative, um Online- und Ladenverkäufe noch besser zu verbinden. Allerdings werden diese Maßnahmen einige Zeit benötigen, um Ergebnisse zu zeigen.

In den nächsten Monaten wird Kohls auch den Einfluss der kürzlich geschlossenen Filialen und die Leistung seiner neu gestarteten Marken beobachten. Das Unternehmen hat sich außerdem das Ziel gesetzt, die Betriebskosten um 10 Prozent bis Ende 2025 zu reduzieren, ein Ziel, das weitere Umstrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen erfordern wird.

Angesichts der anhaltenden Unsicherheit im Einzelhandel muss Kohls einen Weg finden, um sein Geschäft zu stabilisieren und das Vertrauen der Verbraucher wiederzugewinnen. Sollte das Unternehmen nicht in der Lage sein, seine Umsätze zu verbessern, könnte es weiteren Druck von Investoren erfahren und möglicherweise weitere Filialschließungen im nahen Zukunft erleben.

Der jüngste Geschäftsbericht hat bei Analysten und Investoren Bedenken ausgelöst, viele derer fragen sich, ob Kohls eine nachhaltige Erholung erreichen kann. „Das Unternehmen hat einige wichtige Schritte unternommen, doch es ist klar, dass der Weg zur Erholung noch lang ist“, sagte ein Analyst von Morningstar, der anmerkte, dass Kohls eine stärkere Erholung der Umsätze benötigt, bevor es als wirklich erfolgreiche Wende betrachtet werden kann.