In Moskau und anderen Teilen Russlands bilden sich aufgrund von Benzinengpässen, verursacht durch anhaltende ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien, lange Warteschlangen vor Tankstellen, berichtet die BBC — Svyatoslav, einer der vielen Fahrer, die in der Schlange stehen, sagt, er sei optimistisch, dass bald Benzin kommt. Er könne sich aber nicht leisten, anderswo nachzusehen, da sein Tank nur noch wenig Platz hat. Russische Behörden gaben an, dass „unangekündigte Reparaturen an Raffinerien“ der Grund seien, doch die Krise scheint sich zu verschärfen.

Steigende Benzinengpässe

Die Benzinengpässe dieser Woche sind länger als die, die im Sommer zu Beginn der ukrainischen Angriffe auf Öl-Anlagen zu beobachten waren. „Die zweite Welle der Benzinkrise entsteht“, heißt es in der Zeitung Nezavisimaya Gazeta. Eine Moskauer Tankstelle sah 80 Fahrzeuge in der Schlange. Fahrer müssen oft stundenlang warten, manchmal sogar die ganze Nacht, um zu tanken. Elizaveta, eine Fahrerin in der Schlange, beschrieb, wie sie an die Reihe kam, doch abgewiesen wurde und erfuhr, dass die Tankstelle erst um 2 Uhr morgens wieder öffnen würde.

Patriotische Botschaften trotz Alltagsproblemen

Trotz der logistischen Herausforderungen prägen patriotische Botschaften weiterhin die öffentlichen Räume. Auf der Fahrt durch Moskau sieht man riesige Werbeplakate, die den Tag der russischen Flagge bewerben – ein Kontrast zu den langen Schlange vor den Tankstellen. Lyubov, eine weitere Fahrerin, die auf Benzin wartet, brachte ihren Hund Agatha mit, um die Zeit zu vertreiben. Sie räumte ein, dass viele Menschen das Land in einer schwierigen Lage sehen, doch keine offiziellen Erklärungen haben das Problem direkt angesprochen.

Öffentliche Reaktion und Sorge

Lyubov, die von den Provinzen nach Moskau gefahren war, sagte, sie habe auf dem Weg viele leere Tankstellen gefunden. Ihre Erfahrung spiegelt einen wachsenden Trend wider, bei dem Fahrer immer weiter fahren müssen, um Benzin zu finden. Da keine unmittelbare Lösung in Sicht ist, wird die Geduld langsam aufgebraucht. Einige Fahrer passen sogar ihre Routinen an. Elizaveta machte einen nächtlichen Versuch, Benzin zu tanken, wurde aber abgewiesen.

Die Krise zeigt den wachsenden Einfluss des Krieges auf das alltägliche Leben der Russen. Obwohl die Regierung die Schwere der Situation nicht öffentlich einräumt, deuten die Schlange und Verzögerungen auf eine erhebliche Störung der Kraftstoffversorgungskette hin. Wie lange die Engpässe andauern werden oder ob alternative Lösungen auftauchen, bleibt abzuwarten.