Eine 61-jährige schwedische Frau wird in Härnösand wegen der Anschuldigungen, sie zu sexuellen Beziehungen mit über 120 Männern gezwungen zu haben, vor Gericht gestellt, berichtet die BBC. Der Prozess, der am Freitag begonnen hat, zieht internationale Aufmerksamkeit und wird mit dem Fall des Franzosen Dominique Pelicot verglichen, der seine damalige Ehefrau Gisèle über neun Jahre mit Drogen und Vergewaltigungen unter Druck gesetzt hat.

Behauptungen über Zwang und Kontrolle

Der Angeklagte soll die Abgeschiedenheit ihres Bauernhofes in der Nähe von Kramfors im nördlichen Schweden, zusammen mit Überwachungskameras und Drogen, genutzt haben, um seine Ehefrau zu zwingen, sexuelle Handlungen mit Männern durchzuführen, die er online fand. Er bestreitet die Schuld und behauptet, die Begegnungen seien freiwillig gewesen, und sagt, er habe lediglich geholfen, sie zu organisieren.

Laut den Anklagen begann der Mann 2022, seine Ehefrau zu zwingen, sexuelle Beziehungen mit Männern zu haben, die aus verschiedenen Teilen des Landes zu ihrem Zuhause reisten, im Austausch für Geld. Der Missbrauch soll Ende 2025 eingestellt worden sein, als sie eine Polizeiberichte erstattete.

Laut den Anklagen soll der Mann Drogen genutzt haben, um ihre Grenzen zu überschreiten, und die abgeschiedene Lage ihres Zuhauses sowie ihre begrenzten Kontakte ausgenutzt haben, um sie zu kontrollieren. Überwachungskameras, die in ihrem Zuhause installiert wurden, wurden auch genutzt, um sie zu überwachen und zu kontrollieren, und Aufnahmen aus diesen Kameras sollen als Beweismittel im Prozess eingereicht werden.

Drohungen und Beweise

Der Prozess ist in eine geschlossene Sitzung übergegangen, um die Identität der angeblichen Opfer zu schützen, die nicht identifiziert wurde und seitdem ihre Ehe mit ihrem ehemaligen Ehemann beendet hat. Laut der Anklage, die von den Staatsanwälten eingereicht wurde, wie der öffentlich-rechtliche Sender SVT berichtet, drohte der Mann seiner Ehefrau, sie zu töten, Benzin auf sie zu schütten, sie zu verbrennen und ihre Finger abzuschneiden.

Dieses Jahr wurde der Angeklagte wegen zahlreicher Verbrechen, darunter mehrere Fälle von Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und Körperverletzung, angeklagt. Die Staatsanwaltschaft will in der Anklage zeigen, dass er ihre verletzliche Situation und ihre Angst vor ihm ausgenutzt hat, um sein zwanghafte Verhalten zu normalisieren.

Zu den Beweisen, die die Staatsanwaltschaft vorbringen will, gehören Online-Chats, Zahlungen und Kalendernotizen. Obwohl die schwedischen Behörden 120 Männer identifiziert haben, wurden nur 28 von ihnen in Verbindung mit dem Fall angeklagt. Die meisten der identifizierten Personen haben die Anschuldigungen bestreitet, indem sie sagten, sie hätten entweder keine sexuelle Beziehung mit der Frau gehabt oder dafür nicht bezahlt.

Verteidigung und Dauer des Prozesses

Der Prozess wird voraussichtlich 14 Tage dauern. Die Verteidigerin des Angeklagten, Martina Michaelsdotter Olsson, sagte SVT, als der Prozess begann, dass ihr Mandant nicht das gleiche Bild sieht wie der Staatsanwalt.

Der ehemalige Ehemann wurde nicht identifiziert, außer dass er 61 Jahre alt ist. Der Prozess wird genau beobachtet, und die Staatsanwaltschaft möchte einen klaren Zusammenhang zwischen dem Angeklagten und der angeblichen Zwang zur Teilnahme an sexuellen Begegnungen mit mehr als 120 Männern herstellen.

Der Fall hat bereits internationale Diskussionen ausgelöst, mit Vergleichen zum Fall Dominique Pelicot. Der Prozess wird in Härnösand weitergeführt, und das Gericht möchte die volle Ausdehnung der Handlungen des Angeklagten und die Erfahrung der angeblichen Opfer während der Periode des Missbrauchs aufdecken.