Mehr als 112.000 Menschen sind in Jemen vertrieben worden, knapp 3.000 flohen in das Nachbarland Dschibuti, wie die Uno mitteilte; Die Kämpfe zwischen den Iran-alliierten Huthis und den von Saudi-Arabien unterstützten Kräften der international anerkannten Regierung verschärfen sich.
Humanitäre Krise verschlimmert sich
„Unsere Mittel sind sehr, sehr, sehr begrenzt, und unsere Vorräte werden sehr bald aufgebraucht“, sagte Abdusattor Esoev, Leiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Jemen, am Freitag Reportern. Die Vertreibung betreffe vor allem die letzten zwei Wochen. Betroffen seien vor allem Menschen an der Westküste sowie in den Provinzen Taiz und Lahj.
Die Vertreibung begann, als die Huthis rasch vorrückten und die gesamte Rote-See-Küste Jemens unter ihre Kontrolle brachten, um den strategisch wichtigen Seehandel über den Bab-al-Mandeb-Schleusengang zu sichern. Esoev schätzt, dass 22 Millionen Yemeniten, also fast die Hälfte der Bevölkerung – dringend humanitäre Hilfe benötigen.
Flüchtlingszahlen steigen
Mehr als 65.000 registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende in Jemen, vor allem aus Somalia und Äthiopien, sind ebenfalls gefährdet. „Die Krise wächst von Stunde zu Stunde“, warnte Francesco Galtieri, Vertreter des UN-Familienplans (UNFPA). Er fügte hinzu, dass Tausende Frauen, die alle ihre Besitztümer verloren hätten, mit ihren Kindern auf der Flucht seien.
Galtieri schätzt, dass 2.000 schwangere Frauen unter den Vertriebenen seien, davon rund 200, die in Kürze gebären würden; Etwa 3.000 Yemeniten seien bereits mit Booten nach Dschibuti geflohen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) mit. Die kürzeste Route über den Bab-al-Mandeb-Schleusengang beträgt etwas mehr als 25 Kilometer.
Druck auf Dschibuti steigt
Das UNHCR berichtete, dass mehr als 2.400 Menschen in der vergangenen Woche die Reise antraten, vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen; Der Zustrom erhöht den Druck auf Dschibuti, ein Land mit rund einer Million Einwohnern. Es beherberge bereits etwa 36.000 Flüchtlinge, hauptsächlich aus Somalia und Äthiopien, sagte die UNHCR-Vertreterin Sandrine Desamours. „Während sich die Zahl klein anhören mag“, müsse man sie im Verhältnis zum Bevölkerungsstand betrachten, fügte sie hinzu.
Der strategisch wichtige Bab-al-Mandeb-Schleusengang verbindet die Rote See mit dem Golf von Aden und ist mittlerweile eine Alternative zum Hormuz-Schleusengang, der durch den Krieg der USA gegen den Iran blockiert wurde.
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