WASHINGTON — Mexiko und Kanada entgehen einem neuen 10-Prozent-Zoll der USA auf Importe. Das Weiße Haus bestätigte Ausnahmen für USMCA-Waren. Die Klarstellung erfolgte Stunden nach Trumps Ankündigung unter anderem Gesetz.

Das Oberste Gericht hatte zuvor viele Zölle nach dem International Emergency Economic Powers Act für ungültig erklärt. Vor dem Urteil drohten Kanada 35 Prozent und Mexiko 25 Prozent Zölle auf Nicht-USMCA-Waren. Die Ausnahmen senken die effektiven Sätze.

Desjardins-Ökonom Royce Mendes schätzte Kanadas Durchschnitt vor dem Urteil auf 3,7 Prozent. Grupo Financiero Base nannte für Mexiko 4,4 Prozent. Neue Sätze fallen leicht niedriger, hieß es offiziell.

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erläuterte die Ausnahmen bei einer Pressekonferenz am 12. Mai 2025 in Genf. Neben Finanzminister Scott Bessent betonte Greer Kontinuität. Der Zoll tritt am 24. Februar in Kraft, parallel zu Trumps State of the Union.

Die Ausnahmen schützen zollfreie Öllieferungen aus Kanada und Mexiko sowie Autoteile und andere Industriegüter. Trump kritisierte das Gerichtsurteil scharf. Bei der Genf-Veranstaltung nannte er Jobverluste in der US-Autoindustrie. Er machte Mexiko, Kanada, Japan und Deutschland verantwortlich.

„We used to make cars. We made all the cars“, sagte Trump. Mexikos Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard reagierte zurückhaltend. Er plant Gespräche mit US-Kollegen und eine Reise nach Washington nächste Woche.

Kanadas Dominic LeBlanc, Minister für US-Handel, nannte das Urteil Bestätigung. Die IEEPA-Zölle seien „unjustified“. Ottawa gab keine weiteren Kommentare ab.

Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos nach Section 232 bleiben bestehen. Trump beauftragte Greers Amt mit Section-301-Untersuchungen, hieß es in einem Weißhaus-Factsheet. Diese erfordern Anhörungen und Stellungnahmen Betroffener.

Handelsanwalt Barry Appleton, Berater von Ontario und British Columbia, sagte klar: „The president didn’t lose his use, he just lost a lever.“ Er prognostiziert Nutzung anderer Mittel ohne Kongress.

Experten warnen vor Risiken für das USMCA. Das Abkommen aus Trumps erster Amtszeit steht 2025 zur Überprüfung an. Diego Marroquin vom Center for Strategic and International Studies in Washington sprach von einem „huge arsenal“ an Handelswaffen.

Erweiterte Section-232-Maßnahmen könnten mehr Exporte treffen, sagte Marroquin. Bloomberg berichtete, Trump zweifle privat am Sinn des Pakts. Marroquin nannte den Zollkurs „putting more wood to the fire“.

Das erschwert die USMCA-Verlängerung selbst für kooperative Partner. Eine Kündigung würde Mexiko und Kanada hart treffen. Über 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die USA, bei Kanada rund 75 Prozent.

Trump sieht Zölle als Schutz für Wirtschaft und Außenpolitik. Das Gerichtsurteil bremst ihn nicht. Mexikanische und kanadische Offizielle rechnen mit neuen Schritten bis zum 24. Februar.