Randalierende Polizei in Mexiko-Stadt setzte Tränengas gegen Lehrer ein, die zum Zócalo marschierten, berichtet AFP. Der Vorfall ereignete sich zehn Tage vor dem WM-Fanfest. Das Ereignis fand am 1. Juni statt und ist der zweite Polizeieinsatz innerhalb einer Woche gegen Lehrer der Gewerkschaft CNTE.

Gewerkschaftsfordernungen und WM-Bedenken

Filiberto Frausto, ein Gewerkschaftsvertreter, teilte AFP mit, dass das Event ausfallen müsse. „Eine solche Sache sollte weit übergeordnet sein – sie ist weitaus wichtiger als ein bisschen Ablenkung und Spaß“, sagte er. Die Lehrer fordern Gehaltserhöhungen und die Aufhebung von Rentenreformen.

Pedro Hernandez Morales, der Generalsekretär der CNTE-Region 9 in Mexiko-Stadt, warnte, dass „der Ball nicht rollen wird“, wenn die Regierung ihre Forderungen bis zum WM-Eröffnungsspiel am 11. Juni nicht erfüllt, berichtet Al Jazeera English. Die Lehrer begannen im zweiten Mai mit der Androhung von Protesten während der WM, bei einer Demonstration zum Tag der Lehrer.

Steigende Spannungen im Zócalo

Am Montag durchbrachen die demonstrierenden Lehrer eine der Metallbarrieren, die den Zócalo blockierten, als die Polizei Tränengas warf. AFP berichtete, dass ein Demonstrant von einem unbekannten Projektil getroffen wurde und nach einer Kopfverletzung und Blutung abgeführt wurde.

Dies ist nicht der erste Einsatz von Gewalt gegen Lehrer. Am 26. Mai meldete das „Mexico News Daily“, dass Randalierende Polizei Lehrer aus der Oaxaca-Region 22 der CNTE daran hinderten, in den Platz zu ziehen, um einen Protestcamp zu errichten. „Sie haben uns unterdrückt, geschlagen und geschoben“, sagte Francisca Pérez, eine Lehrerin aus Oaxaca, der Nachrichtenagentur EFE.

Manuel López San Martín, ein Journalist von Azteca News, teilte auf Social Media Videos, die zeigten, wie Polizei Feuerlöscher einsetzte, um Lehrer zu verdrängen. Ein gemeinsamer Erlass der Bildungs- und Innenministerien teilte mit, dass die Gewerkschaft gewarnt worden sei, es sei zu gefährlich, sich im Zócalo zu versammeln, da die Baumaßnahmen noch andauerten.

Bedrohung mit landesweiten Aktionen

Die Gewerkschaft hat angekündigt, „Millionen“ von Lehrern in die Hauptstadt zu rufen, wenn die Regierung ihre Forderungen nicht erfüllt. Sie könnte auch einen landesweiten Streik ausrufen. Die CNTE-Gewerkschaft hat sich in mexikanischen Arbeitskämpfen immer wieder als entscheidende Kraft erwiesen, und ihre Aktionen könnten die hochrangigen WM-Veranstaltungen stark stören.

Da die Spannungen vor der WM steigen, steht die Regierung vor der Herausforderung, die öffentliche Sicherheit mit den Rechten von Demonstranten in Einklang zu bringen. Die Lage bleibt unklar, mit weiteren Konflikten wahrscheinlich, je näher der Eröffnungsspiel am 11. Juni rückt.