US-Einwanderungsbeamte verhafteten den umstrittenen britischen Rechtsextremisten Milo Yiannopoulos am Donnerstag am Louis Armstrong New Orleans International Airport. Die Homeland Security teilte mit, dass Yiannopoulos seinen legalen Aufenthalt in den USA, der im Mai 2019 begann, überschritten habe. Ein Einwanderungsrichter erließ am 22. Juli einen endgültigen Abschiebungsbeschluss, nachdem Yiannopoulos sein Verhör verpasste, sagte ein Sprecher der Homeland Security.

Hintergrund und Rechtsverfahren

Yiannopoulos erhielt nach fehlendem Erscheinen vor Gericht einen endgültigen Abschiebungsbeschluss. Die Homeland Security bestätigte, dass er am Freitag abgeschoben wurde. Der Sprecher betonte, Yiannopoulos habe „entschieden, seinen Aufenthalt gegen die Gesetze des Landes zu verlängern.“ Der ICE-Haftortfinder gab nicht an, wo Yiannopoulos in Haft war, sondern wies Familienangehörige und Anwälte auf das Büro der Behörde in Alexandria, Louisiana, hin. Es war unklar, ob er Anwaltshilfe hatte, und seine Vertreter reagierten nicht auf Anfragen.

Umstrittene öffentliche Positionen

Yiannopoulos ist ein bekannter Verteidiger konservativer Sache. Er kritisiert häufig Feminismus, Islam und Einwanderer. Er unterstützte die Einwanderungspolitik von Ex-Präsident Donald Trump und schrieb auf Social Media: „Null Einwanderung für die nächsten 20 Jahre. Keine Wenn und Keine Aber.“ Er wurde in den frühen 2010er Jahren durch provokante Beiträge für die konservative Website Breitbart News bekannt, trat aber 2017 zurück, nachdem ein Video auftauchte, in dem er Pädo-Pornografie verherrlichte.

In einem Interview 2016 mit dem Podcast Drunken Peasants verteidigte Yiannopoulos die Idee, dass Erwachsene mit 13-jährigen Jungen Sex haben. Er argumentierte, in einer homosexuellen Gesellschaft könnten solche Beziehungen Jungen dabei helfen, „sich selbst zu finden“. Das Video löste eine heftige öffentliche Reaktion aus. Die American Conservative Union stellte seine Konferenz-Einladung zurück, und Simon & Schuster kündigte einen Buchvertrag. Später teilte Yiannopoulos auf Facebook mit, er sei Opfer von Kindesmissbrauch gewesen, und verurteilte solche Handlungen.

Öffentliches Leben und jüngste Arbeit

Yiannopoulos arbeitete kürzlich für den Rapper Ye, ehemals Kanye West, der am Freitag in New Orleans auftreten sollte. Im Jahr 2023 unterstützte Yiannopoulos die ICE-Operationen und schrieb auf der Social-Media-Plattform X, dass Kalifornien „ICE-Sicherheitskontrollen an Supermarkteingängen, Tankstellen, Einkaufszentren, Kreuzungen und Regierungsgebäuden“ einrichten sollte.

Yiannopoulos ist für seine provokative Rhetorik bekannt und wird oft kritisiert für seine Haltung zu LGBTQ-Themen, Rasse und Einwanderung. Obwohl er sich als offener Gay bezeichnet, kritisiert er häufig progressive Positionen zu Geschlecht und sexueller Ausrichtung. In einem Interview 2021 beschrieb er sich als „Fundamentalist der freien Rede“ und kritisierte, was er als „politische Korrektheit“ bezeichnete.

Die Abschiebung von Yiannopoulos durch die US-Regierung wurde als Teil umfassender Einwanderungsmaßnahmen dargestellt. Die Homeland Security betonte, dass die Regierung sicherstellen wolle, dass Personen, die sich illegal im Land aufhielten, nicht länger innerhalb der USA reisen könnten, bevor sie abgeschoben würden.