Ein Berg aus Abfällen in der guineischen Hauptstadt Conakry ist am Sonntag zusammengebrochen und hat 30 Menschen getötet, wie die Regierung meldete. Über Nacht hatte starkes Regenwetter den Berg zum Einsturz gebracht, wodurch Zelte und Hütten in der Umgebung verschüttet wurden.

Unfall nach Plänen zur Schließung

Der Vorfall ereignete sich weniger als eine Woche nachdem die Regierung angekündigt hatte, den Standort zu schließen und den Abfall zu verlagern; Grund seien die Risiken, die der Berg insbesondere während der Regenzeit darstellt, in der es in vielen westafrikanischen Städten zu Erdrutschen und tödlichen Überschwemmungen kommt.

Der Erdrutsch geschah um 2 Uhr morgens (3 Uhr MEZ) in der Gemeinde Gbessia in Conakry, wie eine Regierungserklärung berichtete.

Such- und Rettungsarbeiten

Such- und Rettungskräfte nutzten Bagger und andere Geräte, um die Stelle zu befreien; Zeugen sagten, der Erdrutsch sei groß genug gewesen, um ein Wohngebäude und weitere instabile Unterkünfte zu verschüttet. Die Zahl der Todesopfer belief sich auf 30, sechs Menschen seien schwer verletzt und 16 leicht, hieß es in der Erklärung.

Eine Frau, Cire Diallo, sagte Journalisten vor Ort, dass ihre fünf Kinder umgekommen seien. „Ich habe alle meine Kinder verloren — Alles, was ich tun kann, ist mich auf Gott verlassen“, sagte sie.

Wirtschaftliche und soziale Lage

Guinea verfügt über die weltweit größten Bauxitvorkommen und das reichste ungenutzte Eisenerzvorkommen in Simandou, wo im November ein großes Bergbauprojekt begonnen wurde; Doch das westafrikanische Land leidet unter schlechter Infrastruktur und weit verbreiteter Armut. Laut einem Bericht der Weltbank, der im April veröffentlicht wurde, leben 3,7 Millionen von insgesamt 15,1 Millionen Einwohnern mit weniger als 4,20 Dollar am Tag aus.

Am Donnerstag kündigte Guineas Ministerin für territoriale Verwaltung, Djénabou Touré Camara, an, dass die Regierung den Müllberg schließen werde, da er unsicher sei, und dass der Abfall außerhalb von Conakry neu untergebracht werden solle.

Der Ministerpräsident, Amadou Oury Bah, besuchte den Müllberg am Sonntag, um die Schäden einzuschätzen und die Rettungsmaßnahmen zu überwachen, wie die Regierungserklärung weiter berichtete, as Darin hieß es außerdem, dass die Bevölkerung ruhig bleiben, Solidarität zeigen und sich strikt an die Anweisungen der Rettungskräfte und zuständigen Behörden halten solle.