Kathmandu – Während die Stimmzahlung am Samstag in Nepal weiterging, hat die Rastriya Swatantra Party (RSP), geführt vom ehemaligen Bürgermeister und Rapper Balendra Shah, in 98 von 165 Wahlkreisen unter dem First-Past-the-Post-System (FPTP) eine klare Führung erzielt. Mit bereits 19 gewonnenen Sitzen ist die RSP auf einen historischen Mehrheitsstatus im bevorstehenden Parlament ausgerichtet.
Strategische Dominanz in Schlüsselregionen
Laut der Wahlkommission hatte die RSP bis um 8 Uhr (Nepal Standard Time) bereits in 19 Wahlkreisen gewonnen und führt in weiteren 98. Diese Dominanz ist besonders in Regionen wie Jhapa-5 deutlich, wo Balendra Shah deutlich vor ehemaligem Premierminister KP Sharma Oli liegt. Shah hat 34.863 Stimmen erzielt, während Oli mit 9.068 Stimmen deutlich zurückbleibt.
Auch in Sarlahi-4 hat der RSP-Kandidat Amreshkumar Singh eine klare Führung erzielt. Er hat 11.383 Stimmen erzielt, während der Präsident der Nepali Congress, Gagan Kumar Thapa, mit 6.952 Stimmen deutlich zurückbleibt. Diese Ergebnisse zeigen die wachsende Einflussnahme der RSP in Schlüsselbezirken, insbesondere in den östlichen und zentralen Teilen des Landes.
Politische Landschaft und Wählerbeteiligung
Laut vorläufigen Berichten lag die Wählerbeteiligung bei 60 Prozent. Unter dem FPTP-System standen 3.406 Kandidaten zur Wahl, während 1.270 unter dem Verhältniswahl-System (PR) antraten. Insgesamt nahmen 68 Parteien an der Wahl teil, was eine der wettbewerbsstärksten Parlamentswahlen in der Geschichte Nepals darstellt.
Die Führung der RSP wird auch durch die Zersplitterung der Opposition gestützt. Die Nepali Congress, derzeit auf dem zweiten Platz, hat vier Sitze gewonnen und führt in 11 Wahlkreisen. Die CPN-UML unter KP Sharma Oli hat bisher einen Sitz und führt in 11 weiteren. Die Nepali Communist Party (NCP) hat ebenfalls einen Sitz und führt in elf weiteren.
Obwohl die RSP erwartet wird, die einfache Mehrheitsschwelle von 138 Sitzen zu übertreffen, sagte der stellvertretende Parteichef Dol Prasad Aryal am Freitag gegenüber ANI, dass die RSP auf eine absolute Zweidrittelmehrheit zielt. „Einhundertachtsechs. Ja, insgesamt erwarten wir insgesamt einhundertachtsechs Sitze“, sagte Aryal, als er einen Zählzentrum am Stadtrand von Kathmandu verließ.
Eine Zweidrittelmehrheit im 275-Mitglieder zählenden Unterhaus erfordert 186 Sitze, was der RSP erhebliche Macht bei der Gestaltung des zukünftigen legislativen Programms verleiht. Analysten vermuten, dass eine solche Mehrheit es der Partei ermöglichen könnte, ihr Reformprogramm ohne Abhängigkeit von Koalitionspartnern umzusetzen.
Auswirkungen auf die Regierung und Politik
Die potenzielle Zweidrittelmehrheit der RSP könnte weitreichende Auswirkungen auf die politische Landschaft Nepals haben. Mit der Fähigkeit, Gesetze einseitig zu verabschieden, könnte die Partei umfassende Reformen in Bereichen wie Wirtschaftspolitik, Verwaltung und Korruptionsbekämpfung umsetzen. Dies würde sich von den vorherigen Koalitionsregierungen unterscheiden, die oft auf Blockaden stießen.
Allerdings ist der Weg der RSP zum Machtzentrum nicht ohne Herausforderungen. Die Partei muss zunächst ihre Gewinne in den verbleibenden 135 Wahlkreisen konsolidieren, in denen die Stimmzahlung noch nicht abgeschlossen ist. In drei Wahlkreisen hat die Stimmzahlung noch nicht begonnen, aufgrund logistischer Verzögerungen und administrativer Probleme. Diese Verzögerungen könnten den Endstand beeinflussen, doch die aktuelle Führung der RSP deutet darauf hin, dass sie gut positioniert ist, ihre Dominanz zu halten.
Da die Ergebnisse bis Ende der Woche erwartet werden, bereitet sich die RSP-Führung bereits auf die Bildung einer neuen Regierung vor. Balendra Shah, der Kandidat für Premierminister, hat sich häufig mit Schlüsselakteuren in Verbindung gesetzt und tourt durch das Land, um Unterstützung zu sichern.
Als erste große Parlamentswahl nach einer Periode politischer Instabilität gelten die Ergebnisse der Wahl 2026 als Wendepunkt für Nepal. Ein bestätigter Sieg der RSP würde einen Wechsel zu einer stabileren und einheitlicheren politischen Umgebung signalisieren, was möglicherweise die Häufigkeit von Koalitionsregierungen und Machtstreitigkeiten verringert.
Die Wahl markiert auch einen bedeutenden Moment für den demokratischen Prozess Nepals, da die hohe Wählerbeteiligung und die Teilnahme von 68 Parteien eine stärker engagierte Wählerschaft zeigen. Diese Beteiligung könnte den Weg für eine größere Rechenschaftspflicht und Transparenz in der Regierung in Zukunft ebnen.
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