Pakistan hat einen militärischen Angriff auf Afghanistan gestartet und Städte wie Kabul und Kandahar bombardiert, was offiziell als Eskalation in einen offenen Krieg mit der Taliban-Regierung beschrieben wird. In Kabul wurden am frühen Freitag Explosionen gemeldet, und Bewohner berichteten von lauten Explosionen und Rauch, der über Teile der Stadt aufstieg.
Ziele in Kandahar und Paktia
Pakistanische Luftangriffe richteten sich auch gegen Provinzen wie Kandahar und Paktia, wobei Islamabad sagte, dass die Ziele militärische Infrastruktur der Taliban seien. Laut dem pakistanischen Verteidigungsminister Khawaja Asif hat sich die Situation in einen ‘offenen Krieg’ zwischen Islamabad und der von der Taliban geführten Regierung in Afghanistan entwickelt.
Zuvor hatte der Sprecher der Taliban-Regierung, Zabihullah Mujahid, erklärt, dass Afghanistan ‘umfangreiche offensive Operationen’ gegen militärische Stellungen Pakistans entlang der umstrittenen Durand-Grenze durchführt, die die beiden Länder trennt.
Eskalation nach Wochen an Spannungen
Die Eskalation folgt auf Wochen von intermittierenden Grenzgefechten und Schusswechseln über die Grenze. Beide Regierungen beschuldigen sich gegenseitig, militanten Gruppen Unterschlupf zu bieten, die Angriffe über die Grenze verüben. Zivile Opfer wurden auf beiden Seiten gemeldet, mit mindestens 30 Toten und über 100 Verletzten in den letzten Wochen, wie lokale Krankenhäuser berichteten.
Die internationale Gemeinschaft hat sich Sorgen um die wachsenden Hostilitäten geäußert. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen sagte, er beobachte die Entwicklungen genau und rief beide Seiten auf, das Völkerrecht zu respektieren und Zivilisten zu schützen.
Auch Mitarbeiter der Menschenrechte der Vereinten Nationen forderten unverzüglich politischen Dialog an, um weitere Verluste und regionale Unruhen zu verhindern. ‘Dies ist keine Zeit für Eskalation, sondern für De-Eskalation’, sagte eine Erklärung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte.
Regionale Mächte rufen zu Diplomatie auf
Iran rief beide Länder dazu auf, Verhandlungen zu suchen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi forderte Dialog auf der Grundlage von ‘guten Nachbarschaftsprinzipien’ und bot Teheran an, Gespräche zu fördern. ‘Die Stabilität der Region hängt von der Zusammenarbeit zwischen Pakistan und Afghanistan ab’, sagte er in einer Erklärung.
Auch Russland appellierte zu Besonnenheit, wobei sein Außenminister eine sofortige Einstellung von Grenzangriffen forderte und bereit war, zu vermitteln, wenn beide Seiten dies wünschten. ‘Weitere Aggression könnte schwerwiegende Folgen für die regionale Sicherheit und Stabilität haben’, sagte ein russischer Beamter.
Analysten warnen, dass weiterer Krieg die Süd- und Zentralasien destabilisieren könnte, Handelsrouten stören und Zivilisten verdrängen könnte, wenn keine diplomatische Lösung gefunden wird. Am Freitag wurde berichtet, dass Kämpfe entlang der Durand-Grenze weitergingen, wobei beide Seiten nahe wichtigen Grenzposten Schusswechsel austauschten.
Laut einem Bericht des International Crisis Group besteht die Gefahr, dass der Konflikt in die unruhigen Stämmegebiete Pakistans ausweitet, in denen sich seit langem Milizionäre aktivieren. ‘Die Situation ist äußerst instabil, und beide Seiten müssen Besonnenheit zeigen’, sagte ein regionaler Analyst.
Was als nächstes geschieht, ist unklar, doch beide Regierungen haben angekündigt, militärische Operationen fortzusetzen, es sei denn, eine politische Lösung gefunden wird. Die Vereinten Nationen haben eine dringende Sitzung regionaler Mächte angerufen, wobei ein Frist für den 5. März gesetzt wurde, um eine Waffenruhe zu verpflichten.
Für gewöhnliche Menschen in beiden Ländern bedroht der Konflikt Lebensgrundlagen, Infrastruktur und Sicherheit. In Kandahar, wo Luftangriffe gemeldet wurden, sagten lokale Behörden, dass Schulen und Krankenhäuser beschädigt wurden, was tausende Menschen veranlasste, ihre Häuser zu verlassen. ‘Wir sind müde von der Gewalt’, sagte eine vertriebene Familie in einem Flüchtlingslager nahe der Grenze.
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