Pakistan und der Internationale Währungsfonds (IWF) nähern sich einem Abkommen über ein überarbeitetes makroökonomisches und fiskalisches Rahmenprogramm für das laufende Haushaltsjahr. Dabei wird das Steuerausgabenzieel des Bundesamts für Steuern (FBR) bis Juni 2026 auf 13,45 Billionen Rupien gesenkt. Dieser Anpassung folgte die ursprüngliche parlamentarische Genehmigung eines höheren Ziels von 14,13 Billionen Rupien für das Haushaltsjahr 2026.
Überarbeitete Steuerausgaben und wirtschaftlicher Kontext
Die Regierung hatte ursprünglich das Steuerausgabenzieel für das Haushaltsjahr 2026 auf 14,13 Billionen Rupien festgelegt, nachdem es im Einvernehm mit dem IWF auf 13,97 Billionen Rupien gesenkt wurde. Die Diskussionen laufen nun darauf hinaus, es weiter auf etwa 13,45 Billionen Rupien zu reduzieren. Dies markiert eine fortgesetzte Abwärtstendenz in den Erwartungen bezüglich der Steuerausgaben.
Laut dem überarbeiteten Rahmen wird das FBR bis zum Ende des Haushaltsjahres einen Steuerausgabenanteil von etwa 10,6 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen, im Vergleich zu 10,3 % im Juni 2025. Das ursprüngliche Ziel, das mit dem IWF für das Haushaltsjahr 2026 vereinbart wurde, lag bei einem Steuerausgabenanteil von 11 % des BIP.
Das überarbeitete Ziel spiegelt die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen Pakistans wider, einschließlich eines Einnahmenmangels von etwa 42,8 Milliarden Rupien während der ersten acht Monate des Haushaltsjahres im Vergleich zu dem überarbeiteten Ziel. Laut aktuellen Schätzungen entspricht ein Prozent des BIP etwa 1,269 Billionen Rupien, was die erwarteten Einnahmen nahe 13,45 Billionen Rupien macht, wenn der Steuerausgabenanteil 10,6 % erreicht.
Wirtschaftliche Anpassungen und fiskalische Herausforderungen
Behörden gaben bekannt, dass das Finanzministerium die staatlichen Ausgaben anpassen muss, um die fiskalischen Defizit- und Primärüberschussziele mit den Verpflichtungen im Rahmen des IWF-Programms in Einklang zu bringen. Diese Anpassung ist entscheidend, um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern und die Bedingungen des IWF zu erfüllen.
Beide Seiten haben auch den breiteren makroökonomischen Ausblick überprüft. Die pakistanischen Behörden betonten, dass das reale BIP-Wachstum während des laufenden Haushaltsjahres auf etwa 4 % steigen könnte, dank verbesserter wirtschaftlicher Aktivitäten in den ersten Monaten. Frühere Schätzungen des IWF hatten das Wachstum auf etwa 3,2 % festgelegt, nachdem die Auswirkungen schwerer Überschwemmungen berücksichtigt wurden.
Jedoch haben jüngste Steigerungen der globalen Kraftstoffpreise, die mit geopolitischen Spannungen im Golfraum verbunden sind, Druck auf die Preise ausgeübt und zu höheren Inflationserwartungen geführt. Die Inflation, gemessen an dem Verbraucherpreisindex, wird für das Haushaltsjahr 2026 zwischen 7 % und 7,5 % liegen. Das Finanzministerium hatte zuvor eine Inflation zwischen 5 % und 7 % geschätzt, doch die aktuelle Situation hat diesen Ausblick verändert.
Im externen Bereich hat die pakistanische Zentralbank weiterhin Dollar auf dem freien Markt gekauft, um die Devisenreserven zu stärken. Behörden sagten, dass der externe Sektor aufgrund von Entwicklungen im Nahen Osten unter Druck steht, doch der Handelsbilanzdefizit wird voraussichtlich im vorgesehenen Bereich von null bis einem Prozent des BIP für das Haushaltsjahr bleiben.
Auswirkungen auf gewöhnliche Pakistaner
Die überarbeiteten Steuerausgabenziele und wirtschaftlichen Anpassungen haben bedeutende Auswirkungen auf gewöhnliche Pakistaner. Die Reduzierung der Steuerausgabenziele könnte zu einer Neubewertung der staatlichen Ausgaben und öffentlichen Dienstleistungen führen, was die Verfügbarkeit und Qualität von Grunddienstleistungen beeinflussen könnte. Zudem könnte die erwartete Steigerung der Inflation den Kaufkraft der Bürger beeinträchtigen und den Preis von alltäglichen Gütern und Dienstleistungen erhöhen.
Laut Behörden arbeitet die Regierung eng mit dem IWF zusammen, um sicherzustellen, dass das überarbeitete fiskalische Rahmenprogramm eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung fördert, während die aktuellen Herausforderungen bewältigt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Erhaltung der makroökonomischen Stabilität und darauf, sicherzustellen, dass das Land auf dem richtigen Weg für zukünftige Unterstützung durch den IWF bleibt.
Das überarbeitete Rahmenprogramm betont auch die Notwendigkeit struktureller Reformen im Steuererhebungssystem, um die Effizienz zu verbessern und den Einnahmenmangel zu verringern. Diese Reformen sind entscheidend für die langfristige wirtschaftliche Stabilität und werden koordinierte Bemühungen verschiedener Regierungsbehörden und -abteilungen erfordern.
Mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage steht der Regierung die Herausforderung gegenüber, die fiskalischen Verpflichtungen mit der Notwendigkeit zu balancieren, die wirtschaftliche Erholung und Entwicklung zu unterstützen. Die überarbeiteten Steuerausgabenziele und wirtschaftlichen Anpassungen sind Teil einer umfassenden Strategie, um sicherzustellen, dass Pakistan widerstandsfähig bleibt, vor dem Hintergrund externer und innerer wirtschaftlicher Druckfaktoren.
Comments
No comments yet
Be the first to share your thoughts