Teile eines großen NASA-Satelliten werden am Dienstagabend auf die Erde stürzen, doch das Risiko für Verletzungen ist extrem gering, teilt die US Space Force mit. Der 600 Kilogramm schwere Satellit wurde 2012 gestartet, um die Van-Allen-Strahlungsgürtel zu untersuchen. Er wird voraussichtlich um 19:45 Uhr Ortszeit in die Erdatmosphäre eintreten, wobei der größte Teil des Satelliten während der Wiederkehr verbrennen wird.

Vorhersagen zur Wiederkehr und Überlebenschancen

Die US Space Force gab am Montag eine Vorhersage bekannt, wonach sich die meisten Teile des Satelliten bei der Wiederkehr zersetzen werden, doch einige Komponenten werden vermutlich überleben. Laut der Agentur beträgt die Chance, dass jemand verletzt wird, 1 zu 4.200. Offizielle betonten, dass die Wiederkehr um bis zu 24 Stunden ungenau sein könnte.

Laut einem Bericht von Wired aus dem Jahr 2009 wurden über 5.400 Tonnen Weltraummüll über einen Zeitraum von 40 Jahren auf die Erde zurückkehren. Die Wahrscheinlichkeit, von solchem Müll getroffen zu werden, ist jedoch gering, da etwa 71 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt sind. Ein Bericht von space.com aus dem Jahr 2011 stellte fest, dass die Gesamtwahrscheinlichkeit, dass jemand verletzt wird, 1 zu 3.200 beträgt, und für einen Einzelnen ist das Risiko sogar noch geringer.

Mark Matney, Wissenschaftler im Orbital Debris Program Office am Johnson Space Center der NASA in Houston, sagte space.com, dass die Chance, dass ein Einzelner von Weltraummüll getroffen wird, etwa 1 zu mehreren Billionen beträgt. „Die Chancen sind für jeden Einzelnen sehr gering“, sagte er.

Historische Vorgänger und persönliche Auswirkungen

Trotz des geringen Risikos zeigen historische Vorgänger, dass Weltraummüll die Erde erreichen kann. Im Januar 1997 wurde Lottie Williams, eine Bewohnerin von Tulsa in Oklahoma, von einem sechs Zoll großen Stück Metall getroffen, während sie durch einen Park spazierte. Das Fragment wurde später von der NASA bestätigt, als Teil der Wiederkehr der zweiten Stufe eines Delta-Raketenstarts. Obwohl Williams nicht verletzt wurde, bleibt sie die einzige bekannte Person, die von hergestelltem Weltraummüll getroffen wurde.

Am Sonntag stürzte ein Meteor durch das Dach eines Hauses in Deutschland, eines von geschätzten 15.000 bis 17.000 Meteoriten, die jährlich die Erde erreichen. Die meisten dieser Objekte landen jedoch im Ozean, was das Risiko für bevölkerungsreiche Gebiete erheblich verringert.

Herkunft und Mission des Van-Allen-Sonden

Der Satellit, der zur Debatte steht, ist Van Allen Probe A, eine der beiden Zwillingssonden, die am 30. August 2012 von Cape Canaveral, Florida, gestartet wurden. Die Mission hatte zum Ziel, die Van-Allen-Gürtel zu untersuchen, Regionen geladener Teilchen, die von der Erde magnetischen Feld umschlossen werden. Die Sonden wurden 2019 deaktiviert, als sie an Treibstoff rannten und sich nicht mehr dem Sonnenlicht zuwenden konnten.

Erste Berechnungen vermuteten, dass die Sonden 2034 in die Erdatmosphäre eintreten würden, doch diese Schätzungen erwiesen sich als ungenau. Die zweite Sonde wird nicht vor Ende des Jahrzehnts zurückkehren. NASA und die US Space Force überwachen weiterhin die Wiederkehr und aktualisieren ihre Vorhersagen, sobald mehr Daten vorliegen.

Obwohl die Wiederkehr von Weltraummüll nicht ungewöhnlich ist, betont der Vorfall mit Teilen der Van-Allen-Sonde A die anhaltende Herausforderung, Weltraummüll zu verwalten. Mit der zunehmenden Anzahl von Satelliten, die in den Orbit gestartet werden, könnte das Risiko für ungeplante Wiederkehr erhöht werden. Für die Allgemeinheit bleibt jedoch die Wahrscheinlichkeit, davon betroffen zu werden, extrem gering.

Experten betonen weiterhin, dass die überwiegende Mehrheit von Weltraummüll bei der Wiederkehr verbrennt und nur ein kleiner Teil die Erdoberfläche erreicht. Die US Space Force und die NASA bleiben dabei, solche Ereignisse zu verfolgen und die Öffentlichkeit zeitnah über Updates zu informieren.