Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams, To Lam, legte während eines Treffens mit hochrangigen chinesischen Beamten in Hanoi am 16. März 2026 wichtige Richtlinien für die Stärkung der strategischen Zusammenarbeit mit China in einer neuen Phase fest. Der Gipfel markierte den ersten ministeriellen ‘3+3’-strategischen Dialog auf den Gebieten Außenpolitik, Verteidigung und öffentliche Sicherheit zwischen beiden Ländern und spiegelt die Vertiefung der bilateralen Beziehungen in einem komplexen geopolitischen Umfeld wider.

Strategische Ausrichtung und regionale Stabilität

Der Gipfel, der von chinesischem Außenminister Wang Yi, dem Minister für öffentliche Sicherheit Wang Xiaohong und dem Verteidigungsminister Dong Jun koordiniert wurde, hatte zum Ziel, das politische Vertrauen und die strategische Koordination zwischen Vietnam und China zu stärken. To Lam bezeichnete den Gipfel als wichtigen Schritt, um die gemeinsame Verantwortung beider Länder für den Erhalt des regionalen Friedens, der Stabilität und des Entwicklungsprozesses zu demonstrieren.

To Lam übermittelte seine Grüße an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und bedankte sich bei der Kommunistischen Partei Chinas für ihre Unterstützung der 14. Nationalen Konferenz Vietnams, die Ende des Jahres abgeschlossen wurde. Er drückte auch sein Vertrauen in die Fähigkeit Chinas, seine sozioökonomischen Entwicklungspläne umzusetzen, was eine positive Ausrichtung auf die bilateralen Beziehungen signalisiert.

Vietnam verfolgt seit langem eine unabhängige, selbständige und diversifizierte Außenpolitik, wie To Lam betonte. Er erklärte erneut das Engagement des Landes für seine ‘Vier Nichts’-Verteidigungspolitik, die die Haltung Vietnams zu Nichtbündnis und Nicht-Einmischung in regionale Angelegenheiten festlegt.

Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen

Während des Gipfels betonte To Lam, dass die Entwicklung der Beziehungen mit China eine Priorität und eine strategische Entscheidung in der Außenpolitik Vietnams sei. Beide Länder haben eine solide politische Grundlage für stabile bilateralen Beziehungen geschaffen, wobei die diplomatischen, militärischen und öffentlichen Sicherheitssektoren erheblich beigetragen haben.

Ausblickend betonte To Lam, dass die oberste Priorität für beide Seiten darin besteht, die strategische Ausrichtung weiter zu stärken, um sicherzustellen, dass die Zusammenarbeit zwischen Vietnam und China konkrete Ergebnisse und messbare Vorteile für die Bevölkerung beider Länder bringt. Er drückte auch seine Bereitschaft aus, engen Austausch mit der chinesischen Führung zu unterhalten, um Ministerien, Sektoren und lokale Behörden beider Länder am Anfang der neuen Amtszeit zu leiten.

Die Außenministerien beider Länder wurden angewiesen, die Koordination bei der Organisation von hochrangigen Austauschveranstaltungen und der Förderung praktischer Zusammenarbeit zu verstärken, insbesondere im Bereich wirtschaftlicher und handelsbeziehungen sowie Infrastrukturverbindungen. Die Eisenbahnkooperation wurde als Schlüsselbereich hervorgehoben, der den Handel und den Menschen-zu-Menschen-Austausch zwischen beiden Ländern erleichtern könnte.

Verteidigung, Sicherheit und Meereskooperation

In den Bereichen Verteidigung und Sicherheit schlug To Lam vor, dass beide Seiten bestehende Kooperationsmechanismen effektiv umsetzen und die Koordination in der Strafverfolgung, Kriminalitätsprävention und Sicherung der politischen Sicherheit stärken sollen. Er betonte, dass erweiterte Zusammenarbeit zwischen den Verteidigungs- und öffentlichen Sicherheitskräften beider Länder dazu beitragen würde, das strategische Vertrauen zu stärken und eine stabile Umgebung für die Entwicklung zu schaffen.

Gleichzeitig betonte To Lam die Bedeutung der friedlichen Bewältigung von Meeresstreitigkeiten gemäß dem internationalen Recht, einschließlich der 1982 Vereinbarung über das Recht der Meere (UNCLOS), um den Frieden, die Stabilität und das gegenseitige Vertrauen zu sichern. Dies ist eine kritische Frage im Südchinesischen Meer, in dem beide Länder überlappende territoriale Ansprüche haben.

Chinesische Beamte bestätigten, dass China Vietnam in seiner Nachbarschaftsdiplomatie eine Priorität zugesteht, und erklärten, bereit zu sein, eng mit vietnamesischen Behörden zusammenzuarbeiten, um die vereinbarten Kooperationsrichtlinien effektiv umzusetzen. Beide Seiten einigten sich auch darauf, die Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel, Investitionen, Wissenschaft und Technologie, Künstliche Intelligenz, Bildung, Tourismus und Menschen-zu-Menschen-Austausch zu erweitern, um die vietnamesisch-chinesischen Beziehungen in den kommenden Jahren weiter zu vertiefen.

Der Start des ersten ‘3+3’-ministeriellen strategischen Dialogs wird erwartet, einen neuen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu setzen, mit Auswirkungen auf die regionale Sicherheit, wirtschaftliche Integration und multilaterale Diplomatie in Südostasien. Analysten schlagen vor, dass der Dialog als Vorbild für andere regionale Partnerschaften dienen könnte und möglicherweise die breiteren geopolitischen Dynamiken im Indopazifik beeinflussen könnte.

Vietnam und China haben seit langem eine komplexe Beziehung, geprägt von historischen Beziehungen, wirtschaftlicher Abhängigkeit und territorialen Streitigkeiten. Das neue Dialogmechanismus zielt darauf ab, diese Herausforderungen durch strukturierte Zusammenarbeit und strategische Ausrichtung zu bewältigen. Der Erfolg dieses Vorhabens hängt davon ab, ob beide Länder in der Lage sind, ihre nationalen Interessen mit der regionalen Stabilität zu balancieren.

Mit beiden Ländern, die in der sich entwickelnden geopolitischen Landschaft eine entscheidende Rolle spielen, werden die Ergebnisse des ‘3+3’-Dialogs von regionalen und globalen Akteuren genau beobachtet. Der Kooperationsrahmen wird voraussichtlich in den nächsten Monaten weiter ausgebaut, wobei bevorstehende hochrangige Gespräche und politische Überprüfung die Ausrichtung der bilateralen Beziehungen prägen werden.