Die Aktie von Poet Technologies (NASDAQ: POET) stieg am Freitag um 27,4 % auf 14,93 US-Dollar, wie TechStock² meldete. Der Kurs erreichte zeitweise 15,21 US-Dollar. Der CFO Thomas Mika bestätigte gegenüber Stocktwits, dass Poet einen Auftrag von Marvell Technologies, einem Schlüsselplayer in der Halbleiter- und Speicherbranche, erhalten habe — Der Auftrag bezieht sich auf die hochkapazitiven, mehrfrequenzenfahigen Lichtquellen von Poet, die in KI-Systemen eingesetzt werden.

Marvell-Übernahme und strategische Expansion

Die Übernahme von Celestial AI durch Marvell im Februar 2025 stärkte den Kurs von Poet; Mika erklärte, dass Poet nun Komponenten an Marvell liefere, die die Kommunikation zwischen Grafikprozessoren und Speicher in KI-Infrastrukturen ermöglichen, wie Sherwood News berichtete. Marvells Kauf von Celestial AI ist Teil der Strategie, optische Verbindungslösungen für KI und Cloud-Datencenter zu verbessern, so TechStock².

Zudem kündigte Mika an. Dass die Lieferungen aus dem Auftrag bereits im nächsten Quartal beginnen könnten — Weitere Aufträge sind in Abstimmung mit Foxconn und Luxshare, zwei wichtigen Elektronikherstellern, möglich. Dieser Schritt markiert den Übergang von Poet von der Entwicklungs- zur Serienproduktion, wie Börse Express berichtete.

Marktbedingungen und Anlegerstimmung

Am Mittwoch war der Kurs bereits bis 20,9 % gestiegen, als der S&P 500 um 0,8 % und der Nasdaq Composite um 1,4 % zulegten, wie The Motley Fool meldete. Der positive Trend wurde unter anderem durch die globale Marktoptimismus nach der Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran getragen, was Sorgen vor steigenden Energiepreisen und Zinserhöhungen der Federal Reserve verringerte.

Am Vortag hatte die Aktie jedoch einen scharfen Absturz erlitten, als der Shortseller Wolfpack Research eine kritische Studie veröffentlichte. Darin wird Poet vorgeworfen, Anleger zu täuschen und ein „IRS-Desaster“ durch die häufige Ausgabe neuer Aktien zu verursachen. Die Studie riet Aktionären, vor dem Steuererklärungsstichtag am 15. April auszusteigen, da US-Inhaber steuerliche Konsequenzen erwarten könnten, wie AOL.com berichtete.

Finanzen und Ausblick

Laut Börse Express erzielte Poet im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 1 Million US-Dollar, verzeichnete aber einen Verlust von fast 63 Millionen US-Dollar. Dennoch hat das Unternehmen in den letzten Jahren erhebliche Mittel aufgebracht, mit derzeit geschätzten Cash-Reserven von 430 Millionen US-Dollar. Diese finanzielle Ausstattung unterstützt den Wechsel zu Serienproduktion und die Skalierung der optischen Interposer-Plattform. Für 2026 plant Poet die Serienproduktion von Lichtquellen und die Lieferung von 1,6-Terabit-Modulen in Zusammenarbeit mit Lessengers, mit dem Ziel, bis Jahresende über 30.000 Einheiten auszuliefern.

Die Anlegerstimmung wird zudem von dem Boom im KI-Infrastruktursektor beeinflusst, wo der Bedarf an schnelleren optischen Verbindungen steigt, um die Anforderungen immer komplexerer Modelle zu erfüllen. Poet positioniert sich als Schlüssellieferant in diesem Bereich, wobei seine Technologie in Kombination mit den Partnerschaften von Marvell und Nvidia eingesetzt wird.